Erstellt am 27. Februar 2016, 05:04

von Ulla Kremsmayer

Asyl weiter Top-Thema. Die FPÖ lud zur gut besuchten kritischen Info-Veranstaltung in eine Pizzeria. Dort berichtete Alexander Kassowitz über seine Erfahrungen mit Einwanderern.

Info-Veranstaltung der FPÖ: Am Podium ÖBB-ler Alexander Kassowitz mit den blauen Gemeindevertretern René Azinger, Gerald Ziehfreund und Liliane Sanaa. Der Extrasaal der Pizzeria, in der die Veranstaltung abgehalten wurde, platzte aus allen Nähten.  |  NOEN, Kremsmayer
Das Thema „Flüchtlinge“ beherrschte auch diese Woche den politische Diskurs in Groß-Enzersdorf, denn die Gerüchte um die Unterbringung von Asylwerbern im Hotel am Sachsengang ließen Anrainer um ihre Ruhe fürchten.

Der neue Besitzer des Hotels, Robert Hammerl, rechnet gerade diverse Geschäftsmodelle durch: Vom einfacheren Hotel bis hin eben zum Flüchtlingsquartier. Er werde in dieser Woche noch mit dem Stadtchef darüber ein Gespräch führen, versicherte er der NÖN am Telefon.

Die Gemeinde hatte sich in der vergangenen Woche auch einen Kabinettsmitarbeiter des Innenministeriums eingeladen, der sie auf die Möglichkeiten von Bund und Land hinwies und dringend zum proaktiven Umgang mit der Flüchtlingsunterbringung riet. Denn so lange die Gemeinde ihre Quote von zwei Prozent nicht erfülle, stehe das Durchgriffsrecht und eine Zwangsunterbringung auch im Sachsengang auf ihrem Radar.

Ängste der Bürger wurden erörtert

Derweil hatte die FPÖ in der örtlichen Pizzeria zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, respektive einem besorgten Bürger aus Schönau, Alexander Kassowitz, eine Plattform geboten. Dieser hatte als ÖBB-ler nicht nur gute Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht und berichtete recht ausführlich darüber. Ebenso wurden die Ängste der von nah und fern herbei strömenden Bürger erörtert. Ob etwa das eigene Kind am Schulweg noch sicher sei, oder ob man sich als Frau abends noch auf die Straße wagen könne.

Polizeikommandant Franz Osabal versuchte zu beruhigen: Er versicherte, dass die Kriminalität seit Einsetzen des Flüchtlingsstromes nicht gestiegen sei, und dass die Polizei auch nicht vorhabe, Menschen vorbeugend einzusperren. Die Zeit, in der dies geschehen sei, sei vorbei.

Der grüne Stadtrat Andreas Vanek, der als einer der wenigen Gemeindevertreter gekommen war, warnte davor, alle Flüchtlinge als kriminell einzustufen.

Zum Vorwurf der Geschäftemacherei mit Flüchtlingen war der Betreiber des Neuoberhausener Integrationshauses Philipp Janyr zu Wort gekommen. Er versuchte, die kolportierten Zahlen zu korrigieren. Dass ihm Glauben geschenkt wurde, scheint zweifelhaft.

FP-Stadtrat René Azinger warnte vor den Kosten, die der ohnehin finanzmaroden Gemeinde durch den Flüchtlingszustrom erwachsen würden: Schließlich seien Schul- und Kindergartenplätze bereitzustellen. Auf Facebook allerdings ruft er zur Nutzung von allen denkbaren kleineren Quartieren auf, um die Zwangsbesiedelung des Sachsengangs zu verhindern.