Erstellt am 26. Februar 2016, 05:04

von Nina Wieneritsch

Aus dem Marchfeld in die Glitzer-Welt. Dora Takacs zog 2013 nach Los Angeles und hatte mittlerweile sogar Steven Spielberg vor der Linse.

Nicht nur Schauspieler und Regisseure werden von Dora Takacs bei Interviews ins rechte Licht gerückt, auch mit der Musikszene kommt sie in Kontakt. Hier mit der US-amerikanischen Komponistin Diane Warren (l.) und Pop-Ikone Lady Gaga (r.).  |  NOEN, privat

Walk of Fame statt Bahnstraße, Hollywood Hills statt Marchfelder Ebene, Oscarverleihung statt Preisschnapsen, Sunset Boulevard statt Safariparkviertel: Ja, in ihre Heimatstadt Gänserndorf verschlägt es Dora Takacs mittlerweile nur noch selten.

Seit November vergangenen Jahres ist die 26-Jährige, die zunächst in Österreich Medientechnik studierte, bevor sie bereits 2013 nach Los Angeles zog, bei „The Hollywood Reporter“ tätig. Dabei handelt es sich um ein renommiertes amerikanisches Online-Magazin. Takacs ist dort als Podcast Producer für „Awards Chatter“ – eine Interviewreihe mit erfolgreichen Schauspielern, Regisseuren oder Musikern – mitverantwortlich.

„Die Interviews werden von Scott Feinberg geführt. Ich bin für Aufnahme, Schnitt und Veröffentlichung zuständig. Bisher hatten wir unter anderem Will Smith, Samuel L. Jackson, William Shatner, Lady Gaga, Kristen Stewart, J. J. Abrams usw. zu Gast. Mein absolutes Highlight war, vor zwei Wochen den legendären Regisseur Steven Spielberg zu treffen“, erzählt die 26-Jährige im NÖN-Gespräch.

„Hollywood Reporter“ ist längst nicht alles

Doch dem nicht genug: „Nebenbei arbeite ich weiterhin, so viel ich kann, am Set verschiedener Film-, Werbe- und Fernsehproduktionen, zuletzt für die 28. Staffel der Reality TV-Serie ,The Amazing Race‘“, so Dora Takacs, übrigens die Schwester von Basketball-Profi Kata Takacs.

Dass das Leben in der Hollywood-Metropole aber auch Schattenseiten hat, ist klar: „Speziell im Medienbereich sind lange Arbeitstage eher die Regel als die Ausnahme und man muss prinzipiell mehr arbeiten, weil die Stadt teuer und die Konkurrenz sehr groß ist.“

Trotzdem – daran, nach Österreich zurückzukehren, denkt Dora Takacs momentan nicht: „Mein nächstes Ziel ist es, ein längerfristiges Arbeitsvisum für die USA zu bekommen und irgendwann einmal selbst Filme zu produzieren. Ich habe nie bereut, diesen Schritt gewagt zu haben, denn die harte Arbeit scheint sich endlich bezahlt zu machen“, so Takacs abschließend, bevor sie sich wieder in die Arbeit stürzt – kommenden Sonntag geht in LA die Oscarverleihung über die Bühne und dafür ist noch einiges an Arbeit zu tun.


Dora Takacs im Interview

Die 26-jährige Dora Takacs entschloss sich im Jahr 2013 dazu, nach Los Angeles zu ziehen, und arbeitet jetzt für den „Hollywood Reporter“. Der NÖN schilderte sie ihre Beweggründe. 

NÖN: Warum sind Sie nach Los Angeles gezogen?
Takacs: Ich war schon immer an der Filmmetropole Los Angeles interessiert. Außerdem habe ich seit meiner Kindheit eine Leidenschaft fürs Filmen und Schneiden. Schon während meiner Zeit am Konrad Lorenz Gymnasium habe ich Klassenvideos gedreht.

Wann haben Sie den Entschluss gefasst, in den USA zu arbeiten?
Nach einem Auslandssemester 2010 war ich fest entschlossen, nach dem Studium wieder nach LA zu gehen. 2013 bekam ich ein Visum, um an der UCLA Extension ein Diplomstudium in Regie zu absolvieren. Bereits während des Studiums machte ich ein Praktikum bei „Hollywood Reporter“, das ich erstaunlicherweise ganz gewöhnlich durch eine Online-Bewerbung und ein Vorstellungsgespräch bekam.