Erstellt am 30. Januar 2016, 05:03

von Edith Mauritsch

Bahnlinie soll bleiben. Weil Busse regelmäßig überfüllt sind und der Zug eine Minute nach Beginn des Unterrichts in Matzen ankommt (die NÖN berichtete), wird jetzt nach Lösungen gesucht.

Die Schüler der Sportmittelschule müssen so manch »Odyssee« in Kauf nehmen, um pünktlich zum Unterricht zu erscheinen.  |  NOEN, Mauritsch

Der neue ÖBB-Fahrplan sorgt auf der Strecke Gänserndorf– Groß Schweinbarth weiterhin für Aufregung ( die NÖN berichtete ). Nun ist von Schülern einer Sportmittelschule zu erwarten, dass sie die Strecke flotten Schrittes gehen, die Gesetze der Physik überwinden können auch sie nicht – der Zug kommt eine Minute nach Unterrichtsbeginn an.

Der Schulbus ist eine Alternative, wenn er denn pünktlich ankommt, was nach Aussagen der Eltern und der Direktorin des Öfteren nicht der Fall ist. Die Busse für 90 Passagiere sind zugelassen. Wenn an die 100 Schüler aus dieser Richtung gleichzeitig in die Schule wollen, ist nachzuvollziehen, dass Gedränge herrscht.

Eltern haben schon Fahrgemeinschaften gegründet, um ihre Kinder zeitgerecht in die Schule zu bringen. Eine Verlegung des Unterrichtsbeginnes nach hinten hätte allerdings zu Folge, dass nach Unterrichtsende die Verkehrsverbindungen für die Heimfahrt nicht mehr passen. Und schon jetzt sind Kinder mangels anderer öffentlicher Möglichkeiten bereits um 7 Uhr in der Schule.

„Bei mir häufen sich schon die Beschwerden“

SP-Ortschefin Claudia Weber, zu dieser Problematik befragt: „Bei mir häufen sich schon die Beschwerden der Eltern, die für mich auch nachvollziehbar sind. Ich habe mit dem zuständigen Landesrat Karl Wilfing Kontakt aufgenommen, mir wurde Unterstützung zugesagt, allerdings habe ich noch keine konkrete Antwort vorliegen.“

Auch den Verkehrsverbund Ostregion (VOR) hat die Ortschefin angesprochen, nach mehrmaligen Versuchen sei ihr gesagt worden, die Busse seien nur zu 60 Prozent ausgelastet. Sie werde sich persönlich ein Bild von der Situation machen und die Strecke von Gänserndorf nach Matzen zu Schulbeginn mit dem Bus fahren.

Die NÖN fragte beim VOR nach und bekam prompt Antwort. „Wir sind in intensivem Kontakt mit Schul- und Gemeindevertretern, um eine kundenfreundliche Lösung zu finden. Derzeit ist der Bus mit Ankunftszeit 7.26 Uhr die beste Verbindung, allerdings müssen wir eingestehen, dass diese Busse oft wirklich sehr gut ausgelastet sind“, so VOR-Sprecher Georg Huemer.

Die Sportmittelschule ist die einzige im Bezirk, insgesamt zählt man an die 320 Schüler. Die Transportproblematik ist insoweit fatal, als erst im Vorjahr der Ausbau und eine umfassende Sanierung des Gebäudes beschlossen und mittlerweile in Angriff genommen wurde. Immerhin investiert das Land NÖ rund 20 Prozent der Gesamtbaukosten (ca. 5,4 Mio. Euro) als Förderungen in das Projekt.

Entgegen anderslautenden Pressemeldungen liegt der NÖN ein schriftliches Bekenntnis zur Erhaltung der Bahnlinie vor. „Für uns hat ein langfristig stabiles Angebot am ,Schweinbarther Kreuz‘ absolute Priorität. Das Angebot auf dieser Bahnlinie soll weiterhin attraktiv bleiben, speziell für die Pendler“, so der VOR-Sprecher.