Erstellt am 09. November 2015, 09:36

von Ulla Kremsmayer

Begegnung im Pfarrheim. Asylwerber aus Eckartsau, Orth, Matzneusiedl und Groß-Enzersdorf konnten sich austauschen und bei einem reichhaltigen Buffet über ihre Erfahrungen plaudern.

Plaudern am Buffet: Flüchtlinge, Übersetzer und Helferinnen kommen dabei zwanglos ins Gespräch über kleine und große Nöte.  |  NOEN, Kremsmayer

Ahmet, einer der syrischen Flüchtlinge in Groß-Enzersdorf, wird nach dem Mittagessen schnell nervös. Er müsse sich noch umziehen und rasieren, deutet er. Und die Kinder müssten auch noch herausgeputzt werden. Denn heute um vier ist Begegnungscafé im Pfarrheim. Ein Fixpunkt für die Flüchtlinge aus Groß-Enzersdorf und Umgebung.

Das Rote Kreuz holt dermal sogar ihre in Eckartsau einquartierten Schützlinge und bringt sie zum Treffpunkt. Auch die in Orth und in Matzneusiedl einquartierten Flüchtlinge werden von einer hilfsbereiten Bürgerin gebracht. Im Pfarrsaal stehen liebevoll gedeckte Tische, Bäcker Othmar Müller hat ein tolles Buffet spendiert. Im Keller des Pfarrheims ist ein kleiner Flohmarkt eingerichtet, die dafür zuständigen Damen haben alles akkurat hergerichtet, das Rote Kreuz bringt auch noch zwei Fahrräder.

Pfarrer Arkadiusz Borowski begrüßt mit Salem Aleikum – „der Friede sei mit Euch“ – und bedauert, nicht arabisch gelernt zu haben. Nicht zuletzt, als er erfährt, dass der Bruder einer Stadtler Flüchtlingsfamilie Bischof von Damaskus war und durchaus öfter in seiner Kirche vorbeischauen werde.

Zur besseren Verständigung gesellen sich aber wieder Übersetzer aus internationalen Organisationen hinzu, die sich mittlerweile als Teil der kleinen Gemeinschaft fühlen. Viele kleine Sorgen und Nöte können so besprochen werden, die Hiesigen können auch einfach von den Schicksalen derer, die es hierher verschlagen hat, hören.