Erstellt am 20. Oktober 2016, 14:40

von Jutta Hahslinger

Drohungen gegen Verwandte: „Habe Angst um die Kinder“. Nach erfolgloser Geld-Bettelei droht Kranker mit Mord: Richter ordnet Einweisung an.

 |  NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)

„Ich bin verängstigt und ich fürchte mich vor ihm“, sagt die 31-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf mit zittriger Stimme im Zeugenstand. Mit ihren Ängsten vor dem weitschichtig Verwandten (28) steht die Weinviertlerin nach dessen Morddrohungen („Ich bringe euch alle, bis hin zum Kleinsten, um!“) nicht alleine da.

Mehrere ihrer Verwandten fühlen sich gefährdet. Darunter ein dreifacher Familienvater, der um seine Kinder fürchtet: „Ich persönlich habe keine Angst, aber es geht mir um meine Familie, insbesondere um meine drei Kinder, die sich nicht mehr im Garten spielen trauen, aus Angst vor ihm“, schildert der 37-Jährige. Immer wieder tauche der 28-Jährige vor dem Wohnhaus auf und äußere Morddrohungen, wenn Geldforderungen nicht erfüllt werden.

Paranoide Schizophrenie attestiert

Der Angstmacher will von all den Anschuldigungen nichts wissen. Der psychisch Kranke (attestierte paranoide Schizophrenie) zeigt auch keine Krankheitseinsicht und vernachlässigt therapeutische Maßnahmen. Der psychiatrische Sachverständige Werner Brosch empfiehlt deshalb eine verlässliche stationäre Behandlung mit Kontrolle und bejaht aufgrund des erhöhten Gefahrenpotenzials eine Einweisung.

Der Schöffensenat schloss sich der Expertenmeinung an und ordnete die Einweisung des 28-Jährigen in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher an. Der Weinviertler meldete sofort Rechtsmittel an.