Erstellt am 18. April 2017, 17:12

von Jutta Hahslinger

Gerichtsvorsteher mit Mord gedroht. Psychisch Kranker (53) setzte Medikamente ab: Im Zustand geistiger Verwirrung kündigte er Bluttat an Bruder und Juristen an.

Symbolbild  |  APA, (Archiv/Pfarrhofer)

„Ich bringe dich unter die Erde!“ und „Ich lasse dir von einem Terroristen eine Handgranate in dein Geschäft werfen!“: Derartige Morddrohungen kündigte ein Weinviertler (53) seinem Bruder an, weil er sich beim Verkauf eines Oldtimers über den Tisch gezogen fühlte.

Auch auf den Vorsteher des Bezirksgerichtes Gänserndorf ist der 53-Jährige nach einigen Zivilverfahren und einer kurzfristigen Besachwaltung nicht gut zu sprechen. Da über den Weinviertler nach aggressiven und furchteinflößenden Auftritten am Bezirksgericht ein Zutrittsverbot verhängt wurde, ließ er den Vorsteher ausrichten: „Ich bin bei der Mafia und wenn ich dich sehe, bist du fällig!“

Was der Weinviertler mit der Drohung gegen den Juristen bezwecken wollte, klärt sich am Korneuburger Gericht: Er habe eine erneute Besachwaltung und Anstaltseinweisung verhindern wollen, beteuert er. Damit habe er aber genau das Gegenteil erreicht, seufzt der Weinviertler vor dem Schöffensenat, der nun über sein weiteres Schicksal entscheidet. Der Weinviertler leidet seit Jahren an einer paranoiden Schizophrenie, deren Behandlung und Medikation er aber immer wieder aussetzt. „Nicht zurechnungsfähig zu den Tatzeitpunkten“, befindet ein Gutachter und bestätigt, dass eine Behandlung der Erkrankung unbedingt erforderlich sei, sonst wäre die Gefahr hoch, dass es zu weiteren Straftaten kommt.

Der Weinviertler bekommt noch eine Chance: Eine Anstaltseinweisung wird mit einer fünfjährigen Probezeit bedingt ausgesprochen. Er muss sich regelmäßig fachärztlich behandeln lassen und die verordneten Medikamente einnehmen.