Gänserndorf

Erstellt am 24. August 2016, 03:59

von Thomas Schindler

Krankenkasse: Chef geht. Pension: Nach über 45 Dienstjahren begibt sich Kurt Leichtmüller mit 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand. Im NÖN-Interview erinnert sich der Gänserndorfer zurück.

Kurt Leichtmüller leitet seit Oktober 2002 die Gänserndorfer Servicestelle der NÖ Gebietskrankenkasse. Am 30. September wird sein letzter Arbeitstag sein. Wer ihm nachfolgt, steht noch nicht fest.  |  NÖN - Schindler

Im Jahr 1954 wurde Kurt Leichtmüller in Gänserndorf geboren. Nach der Handelsschule begann er 1971 in der Gänserndorfer Servicestelle der NÖ Gebietskrankenkasse zu arbeiten. 2002 wurde er deren Leiter und fünf Jahre später zusätzlich Koordinator aller elf Wein- und Waldviertler Servicestellen der NÖGKK. Jetzt, mit 62 Jahren, zieht sich Leichtmüller aus der Arbeitswelt zurück.

NÖN: Sie müssen in den letzten 45 Jahren beruflich viel erlebt haben.
Leichtmüller: Das stimmt. Vieles kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Früher wurden alle Daten noch händisch notiert, weil es ja keine Computer gab. Unser Keller ist voll mit alten Akten. Mittlerweile haben wir alle Daten seit 1971 EDV-mäßig erfasst. Immer wieder kommt es vor, dass die Pensionsversicherungs-Anstalt bei uns nachfragt und Daten vor 1971 benötigt. Dann beginnt die „kriminalistische“ Arbeit in unserem Keller.

Abgesehen von der Datenerfassung, was hat sich bei der Krankenkasse noch verändert?
Im Gegensatz zu früher sind wir jetzt mehr eine Gesundenkasse. Wir versuchen mit unseren verschiedensten Initiativen, dass die Menschen länger gesund bleiben. Wir sind auch seit Langem nicht mehr ein verstaubtes Amt für Bittsteller, sondern begegnen unseren Kunden auf Augenhöhe.

Sie haben viele Jahre für einen Neubau Ihrer Servicestelle gekämpft. Wie berichtet, kommt dieser nun neben dem Fetter-Baumarkt.
Ja, ich selber werde dort aber keinen Schreibtisch mehr haben. Der Bau startet voraussichtlich im Frühjahr, den Spatenstich wird mein Nachfolger vornehmen.

Werden Sie einen Pensionsschock bekommen?
Meine Frau sagt Ja. Ich hoffe natürlich, dass dies nicht passiert. Ich habe immer gerne gearbeitet und zähle auch jetzt noch nicht die restlichen Tage. Das Problem ist, dass meine Hobbys – Rennradfahren, Garten und Fotografieren – für die warme Jahreszeit gedacht sind, ich aber im Oktober in Pension gehe.

Wollen Sie sich in Ihrem Ruhestand vielleicht politisch engagieren?
Nein. Ich bin zwar politisch sehr interessiert, aber ein politisches Amt möchte ich nicht übernehmen.