Erstellt am 16. März 2017, 02:36

von Edith Mauritsch

Wein: Fruchtig und gehaltvoll. Geringe Erntemenge, aber sehr hohe Qualität – so lässt sich der Jahrgang 2016 zusammenfassen. Vor allem Frost und Niederschläge forderten Winzer des Bezirks heraus.

Martin Kohl, Winzer aus Hohenruppersdorf, hatte in seinem ersten Betriebsjahr gleich mit einer geballten Ladung an Wetterkapriolen zu kämpfen, kann aber einen qualitativ hochwertigen Jahrgang präsentieren.  |  NOEN, Mauritsch

Mehr als die Hälfte der 2016 produzierten Weinernte entfällt auf das Weinviertel: Laut Statistik Austria insgesamt 831.925 Hektoliter, der Großteil davon Weißweine. Im Bezirk, wo rund 20 Prozent der ertragsfähigen Fläche des Weinviertels bewirtschaftet werden, konnten durchschnittlich 4.840 Liter pro Hektar eingefahren werden. Die Gesamternte betrug etwas mehr als 9,2 Millionen Liter.

Daniel Hugl, Weinbauberater der Landwirtschaftskammer Gänserndorf, nennt als Herausforderung im vergangenen Jahr vor allem die späten Frostnächte, wenn auch die Schäden an den Kulturen nicht so groß waren wie im Burgenland oder der Steiermark. Dazu kamen hohe Niederschläge mit der Gefahr von Pilzbildung. Allen Widrigkeiten zum Trotz erwartet den Weinkenner ein sehr guter Jahrgang mit fruchtigen Weiß- und gehaltvollen Rotweinen.

Im 1. Jahr viele Herausforderungen

Martin Kohl, Neo-Winzer aus Hohenruppersdorf, der größten Weinbaugemeinde im Bezirk, wurde wegen der Wetterkapriolen in seinem ersten Jahr der Betriebsführung gleich mit einem ganzen Spektrum an Herausforderungen konfrontiert.

„Wir hatten Ernteeinbußen von 30 Prozent gegenüber einem Normaljahr, die breite Streuung der Rieden verhinderte aber Schlimmeres.“ Er sieht in den Frostschäden sogar Gutes, die Stöcke hatten für die verbliebenen Gescheine (Fachausdruck für die jungen Triebe, Anm.) mehr Kraft – eine natürliche Selektion sozusagen.

Auch Kohl beurteilt die Qualität des Jahrgangs 2016 als sehr gut, die physiologische Reife der Trauben habe gepasst. Wie viele andere Winzer auch sieht Kohl in Maßnahmen zur Bodenverbesserung – etwa Begrünungen gegen Trockenheit oder der Erhöhung der Biodiversität durch den Einsatz natürlicher Dünger – geeignete Mittel, um die Weinrieden besser für die in immer kürzeren Abständen auftretenden Wetterkapriolen zu stärken. Derzeit läuft die Umstellung auf einen Biobetrieb.