Erstellt am 27. April 2016, 05:04

von Erwin Nußbaum und Manuel Mattes

Blau-Wahl schluckte alle. In 42 von 44 Gemeinden ging FP-Kandidat Norbert Hofer als Sieger hervor. In Untersiebenbrunn erreichte er gar 53,1 %. Vereinzelt gibt es aber auch Ausreißer.

Was vor der Wahl noch wie ein Zufall wirkte, war wohl ein böses Omen: Ein Theater war es für Rudolf Hundstorfer, aber ein Drama.  |  NOEN, Mauritsch

Ein politisches Erdbeben erschütterte vergangenen Sonntag den Bezirk: In 42 von 44 Gemeinden ging Norbert Hofer als Sieger des ersten Wahl-Durchgangs zum Bundespräsidenten hervor.

Schon am späten Nachmittag trafen die Wahlergebnisse aus Großhofen, der kleinsten Gemeinde Niederösterreichs, ein: FP-Kandidat Hofer hatte sich mit 21 Stimmen knapp vor Andreas Khol (VP) durchgesetzt.

"Resultat eines generellen Rechtsrucks"

Aus dem blauen Meer der Wahl-Landkarte ragt eine Gemeinde besonders hervor: In Untersiebenbrunn konnte Hofer mit 53,1 % der Stimmen das beste Ergebnis im Bezirk für sich verbuchen. Straften hier die Wähler die Gemeindeführung unter SP-Bürgermeister Reinhold Steinmetz ab? „Nein, ich sehe das Wahlergebnis als Resultat eines generellen Rechtsrucks in Österreich“, so der Ortschef.

Aber auch einzelne Ausreißer stechen ins Auge: In Andlersdorf wurde Hofer (21,3 %) nur Dritter hinter Khol (34,7 %) und der unabhängigen Irmgard Griss (28 %). Für Bürgerlisten-Ortschef Gerhard Payer ist dieses Ergebnis keine Überraschung: „Dass Kohl das Rennen gemacht hat, liegt an der bäuerlichen Struktur der Gemeinde und durch unsere Bürgerlisten-Regierung (Wir für Andlersdorf) zeigten die Bürger ja schon, dass sie gegen etablierte Parteien sind, was Griss‘ Erfolg erklärt.“

30,4 % für Griss in Parbasdorf

Bemerkenswert auch das Wahlergebnis in Parbasdorf: Hier setzte sich Irmgard Griss mit 30,4 % der Stimmen – ihr Bestwert im Bezirk – vor Andreas Khol (29,4 %) und Norbert Hofer (21,6 %) durch. Wie bewertet VP-Ortschef Gregor Iser das Ergebnis? „Sicher haben viele VP-Wähler Griss gewählt, das kostete Khol Stimmen.“ Kurios: Richard Lugner kam in Parbasdorf auf 2 %, SP-Kandidat Rudolf Hundstorfer nur auf 1 %.