Erstellt am 25. Mai 2016, 05:04

von Thomas Schindler und Nina Wieneritsch

Blauer Himmel über dem Bezirk Gänserndorf. Während österreichweit Van der Bellen das Rennen machte, triumphierte im Bezirk Gänserndorf eindeutig Norbert Hofer.

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner: »Das Ergebnis ist eine gute Sache für Österreich.«  |  NOEN, Archiv

Strahlend blau war am Sonntag der Himmel über dem Bezirk - auch noch um 17 Uhr, als die Bundespräsidenten-Stichwahl zwischen dem grünen Alexander Van der Bellen und dem freiheitlichen Norbert Hofer geschlagen war. Blau waren nach dem Urnengang auch 42 der 44 Gemeinden des Bezirks.

Nur in Andlersdorf und Auersthal konnte Van der Bellen seinen Kontrahenten abhängen. In Andlersdorf, der zweitkleinsten Kommune im Bezirk, erreichte der Grüne sogar fast 72 Prozent. Das beste Ergebnis wiederum für die Blauen konnte Hofer mit über 80 Prozent in der kleinsten Gemeinde des Bezirks und Niederösterreichs, in Großhofen, einfahren.

In den drei größten Städten im Bezirk (Gänserndorf, Groß-Enzersdorf, Deutsch-Wagram) kam der FPÖ-Politiker jeweils auf etwa 55 Prozent, in den Städten Zistersdorf und Marchegg sogar auf rund 64 Prozent. In der größten Marktgemeinde des Bezirks, in Strasshof, erhielt Hofer knapp über 57 Prozent der Stimmen.

Bis auf FPÖ-Steindl sind alle zufrieden 

Was sagen die Gänserndorfer Bezirksparteichefs nun zum österreichweiten Ergebnis? Nach diesem hat Van der Bellen die Wahl mit 50,3 Prozent der Stimmen gewonnen und wird Heinz Fischer (SPÖ) als Bundespräsident ablösen. Die größte Freude gibt es naturgemäß bei Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz:

„Wir gewinnen zwar öfters Wahlen, waren aber noch nie auf dem ersten Platz. Das ist jetzt eine ganz andere, neue Situation für uns.“ Kainz ist überzeugt, dass die Spaltung Österreichs in ein rechtes und linkes Lager bald ein Ende haben wird: „Van der Bellen hat immer versucht zu verbinden und wird dies auch weiterhin tun.“

Katzenjammer herrscht natürlich bei FPÖ-Bezirksparteichef Herbert Steindl: „Wenn alle gegen einen – nämlich gegen Norbert Hofer – sind, ist es natürlich schwierig, eine Wahl zu gewinnen. Wir haben aber trotz aller Widrigkeiten, die auch aus dem Ausland kamen, ein gutes Ergebnis erzielt.“ Stolz ist Steindl vor allem auf die FPÖ-Bezirkspartei: „Wir sind derzeit gut aufgestellt und haben im Bezirk, wie auch schon beim ersten Wahldurchgang, NÖ-weit das drittbeste Ergebnis erzielt.“ Man wolle den eingeschlagenen Weg daher jedenfalls weitergehen.

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VP-Landtagsabgeordneter René Lobner zeigt sich angesichts des Ergebnisses zufrieden: „Van der Bellen ist ein erfahrener Mann, der sein Amt unaufgeregt ausüben wird, wie es auch Heinz Fischer getan hat.“ Lobner rechnet damit, dass der neue Bundespräsident die verbindende Funktion seines Amtes in den Vordergrund stellen wird. Und: „Ich glaube, insgesamt ist das eine gute Sache für Österreich.“

Auch SP-Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner äußert sich wohlwollend und gratuliert Van der Bellen zu seinem Sieg: „Er ist ein besonnener Mann, genauso wie sein Vorgänger Heinz Fischer. Man muss aber auch Norbert Hofer Respekt zollen, der ebenfalls eine große Anzahl an Stimmen einfahren konnte.“ Für Renner ist nun wichtig, dass Van der Bellen ein Bundespräsident für alle Österreicher wird.