Erstellt am 28. Januar 2016, 11:03

von Stefan Havranek

„Blechana Herrgott“ weg. Grafenweidner Feldkreuz wurde „konsenslos entfernt“ und im Stempfelbach wiedergefunden. Förster Hans Kiessling vermutet: „Herbergssuche falsch verstanden?“

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Das Feldkreuz in der Nähe der Stempfelbach-Brücke war in der Vorwoche plötzlich verschwunden. Förster Hans Kiessling, er ist Geschäftsführer des „Forum Pflanzenwerkstatt Grafenweiden“ forderte den Täter zur Rückgabe auf. Das Kreuz wurde später im Stempfelbach wieder gefunden.

Der „Grafenweidner Blechane Herrgott“, aufgestellt im Dezember 2014 vom Pflanzenwerkstatt-Team im Auftrag der Gemeinde als Denkmal- und Grundeigentümerin, markierte die ungefähre Außengrenze des mittelalterlichen Dorfs Grafenweiden. Das Kreuz erinnerte auch an die Hunderten bei der Zerstörung von Burg und Dorf Grafenweiden 1450 zu Tode gekommenen Ortsbewohner.

Winter, Feuchtigkeit und Frost zerstörten die Metallstandhülse des Holzkreuzes. Am 17. Jänner wurde das Kreuz provisorisch gesichert, um nach Rückgang des Bodenfrostes wieder standsicher aufgestellt zu werden. Aber am Abend des 18. Jänner wurde das Fehlen des Kleindenkmals entdeckt.

Im Stempfelbach wiedergefunden

„Zurück blieben die Lesesteine sowie die zur provisorischen Sicherung verwendeten Schnüre. Größe und Gewicht des Kreuzes lassen einen Abtransport per Pkw unmöglich erscheinen“, so Kiessling: „Die Zeit der Herbergsuche ist vorbei. Sollte jemand die provisorische Montage falsch verstanden und geglaubt haben, dem ,Blechanen Herrgott‘ Herberge geben zu müssen?“

Kurz darauf wurde das Kreuz 300 Meter stromab des Aufstellungsortes im Stempfelbach gefunden. „Freude mischt sich mit Verwunderung und Unverständnis. Aus dem vermeintlichen Diebstahl wurde Sachbeschädigung, weil das Kreuz sicher nicht von selbst in den Bach gesprungen ist.

Das Kreuz wird bei tauglichem Wetter wieder aufgestellt“, sagt Kiessling, wundert sich aber: „Da der Aufstellplatz so gewählt wurde, dass dadurch keine Landnutzung gestört wird, frage ich mich, warum der ,Blechane Herrgott‘ in den Bach geworfen wurde.“