Erstellt am 23. März 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Blockiert örtliche VP die Schnellstraße?. Markgrafneusiedler Volkspartei soll sich mit ihrem Antrag gegen die S8 ausgesprochen haben, sagt die SPÖ. Die ÖVP dementiert.

SPÖ-Bürgermeister Franz Mathä: »Wir mussten den Dringlichkeitsantrag natürlich ablehnen.« MMB-ÖVP-Sprecher Christian Bauer: »Wir wollten verhindern, dass der Gemeinde ein Schaden entsteht.«  |  NOEN, privat

"Alle Marchfelder Bürgermeister sind für den raschen Bau der Marchfeld-Schnellstraße S8, nur die ÖVP Markgrafneusiedl will das Verkehrsprojekt blockieren“, poltert SP-Bürgermeister Franz Mathä im NÖN-Gespräch. „Stimmt nicht“, kontert VP-Fraktionssprecher Christian Bauer: „Wir sind natürlich für die S8. Wir wollen nur, dass ein paar Planungsfehler behoben werden.“

Stein des Anstoßes für den Polit-Streit war ein Dringlichkeitsantrag der oppositionellen MMB-ÖVP (die Schwarzen arbeiten mit Parteiunabhängigen der Liste „Miteinander Markgrafneusiedl bewegen“ zusammen) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Mit diesem forderte die VP, dass die Gemeinde von ihrem Einspruchsrecht beim UVP-Verfahren für die S8 Gebrauch macht.

Mathä: "Können nicht zulassen, dass ÖVP verzögert"

Drei Punkte stoßen der Volkspartei nämlich sauer auf: Erstens soll ein Teil des mit Streusalz und anderen Stoffen verunreinigten Regenwassers von der S8 auf Markgrafneusiedler Boden versickern, was zu einer gefährlich hohen Chlorid-Belastung des Grundwassers führen könnte. Die VP fordert eine geänderte Abflussführung.

Zweitens soll es bei der Anschluss-Stelle Strasshof nur eine Auf- und Abfahrt geben, was ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in Markgrafneusiedl nach sich ziehen würde. Die ÖVP verlangt Auf- und Abfahrten in beide Richtungen. Und drittens soll für die Berechnung der Schadstoffemissionen nur ein Teilabschnitt der S8 herangezogen werden. Die VP will eine Berechnung, die das Gesamtprojekt beinhaltet.

Der Antrag und somit die Einsprüche wurden mit den Stimmen der SPÖ abgelehnt. Mathä: „Wir stehen voll und ganz hinter der S8 und konnten nicht zulassen, dass das Projekt von der ÖVP verzögert wird.“ Bauer: „Auch wir wollen schnellstmöglich die S8, aber nicht um jeden Preis. Wir müssen verhindern, dass der Gemeinde ein Schaden entsteht. Das versteht die SPÖ offenbar nicht.“