Erstellt am 05. Juli 2017, 02:36

von Edith Mauritsch

Mit „BISS“ gegen Kies: Drohen Lärm und Staub?. Bürgerinitiative kämpft für strenge Auflagen zum Anrainerschutz und fürchtet Abwertung von Grundstücke. Unternehmer Andreas Kisling gibt sich gesprächsbereit.

Die Bürgerinitiative „BISS“ – Walter Rabenseifner, Franz Steinböck, Monika und Larry Busch – setzen sich für Auflagen zum Anrainerschutz ein.  |  Mauritsch

Tag zwei der mündlichen Verhandlung im Umweltverträglichkeits-Prüfungsverfahren zur Kiesgrubenerweiterung der „Schönkirchner Kies“. Es ist drückend schwül im Saal, nachmittags ist gerade mal die Hälfte der Themen abgehandelt und abzusehen, dass mit den angesetzten zwei Tagen kein Auslangen gefunden wird. Die Beteiligten wirken schon etwas erschöpft.

Ganz vorne mit dabei die Bürgerinitiative „BISS“ mit Sprecherin Monika Busch, flankiert von Gatte Larry, Walter Rabenseifner und Franz Steinböck. Anwesend sind auch einige andere Einwohner des Ortsteils Silberwald, der in unmittelbarer Nähe des künftigen Abbaugebietes liegt. Genau das ist der Kern der Reibungspunkte – die Anrainer befürchten Beeinträchtigung durch Lärm und Staub, aber auch eine Abwertung ihrer Liegenschaften (die NÖN berichtete).

Monika Busch sieht ihre Aufgabe klar definiert: „Wir wollen erreichen, dass der Abbau möglich weit weg von den Häusern und mit möglichst wenig Belastung für die Anrainer passiert.“ Strenge Auflagen soll es geben und eine lückenlose Kontrolle derselben. „Verhindern werden wir das Projekt kaum können“, gibt sich Busch pragmatisch.

Das sieht auch Unternehmer Andreas Kisling so, er geht von einer Bewilligung aus. „Alle Redner bekamen vom Vorsitzenden viel Zeit für ihre Fragen. In der Sache hat sich aber nichts geändert.“ Kisling hofft, dass noch heuer ein Bescheid erlassen wird. Die Gesprächsbasis mit der Bürgerinitiative bezeichnet er als gut, wenn auch in den vergangenen Monaten Funkstille herrschte. Er habe versucht, über Bürgermeister und Gemeinderäte Kontakt aufzunehmen, aber das habe nicht funktioniert. „Ich werde den Wünschen so weit wie möglich entgegenkommen“, gibt sich Kisling konsensbereit.

Kisling spricht sich gegen Zählanlage aus

Unternehmer Andreas Kisling ist bereit, den Bewohnern der Siedlung Silberwald so weit wie möglich entgegenzukommen.  |  Mauritsch

Reibungspunkt mit der Gemeinde Strasshof ist der Transport: Über betriebseigene Wege und öffentliche Straßen sollen die Lastwägen in die B8 einmünden. Eine Zählanlage sei gefordert worden, was Kisling ablehnt, weil diese Wege nicht nur von seinen Lkw benützt werden. „Wir haben schon sehr lange Gespräche geführt, sogar alles schriftlich festgehalten, aber leider keine Antwort erhalten“, zeigt sich Kisling hörbar enttäuscht. Enttäuschung anderer Art machte sich bei der Bürgerinitiative und den anwesenden Anrainern breit. „Wir hätten erwartet, dass der Bürgermeister mehr Präsenz zeigt“, so die einhellige Meinung. Monika Busch sieht sich sogar gemobbt: „Ich bin in der Gemeinde zur Persona non grata geworden. Wir hören immer, der Ortschef unterstützt seine Bürger, das sehe ich leider nicht so.“

Ihren Frust über den Hergang der Angelegenheit schreibt sich auch Ulrike Eggenhofer in einem mehrseitigen Brief an die Landesregierung und einem E-Mail an die NÖN-Redaktion von der Seele. „Unser Bürgermeister sowie alle anderen Gemeindevertreter lassen uns vollkommen im Stich. Er verkauft stückweise unsere Lebensqualität.“

Was sagt eigentlich Listen-Bürgermeister Peter Hofinger dazu? „Ich weise den Angriff zurück. Die Gemeinde hat in ihren Einwendungen alle Wünsche der Bürgerinitiative berücksichtigt.“

Umfrage beendet

  • Braucht der Bezirk noch mehr Kiesgruben?