Erstellt am 23. Dezember 2015, 12:03

von Nina Wieneritsch

Container kommen jetzt nach Spielfeld. / Ministerium braucht Polizei-Container an slowenischer Grenze: Aus FPÖ-Sicht ein Erfolg, den man als den eigenen verkauft. DÜRNKRUT / Das war es dann also mit der Flüchtlingsunterbringung in den Containern – das Innenministerium

Der Mietvertrag des Bundes mit der Gemeinde läuft mit 31. Dezember aus, bis dahin werden - zur Freude von FP-Gemeinderätin Ernestine Soucek - alle Container in Spielfeld sein.  |  NOEN, Adensam

Das war es dann also mit der Flüchtlingsunterbringung in den Containern – das Innenministerium hat mit selbigen nämlich andere Pläne. Wie vergangene Woche bekannt wurde, benötigt es die Dürnkruter Container der ehemaligen Polizeiinspektion AGM am Grenzübergang Spielfeld (Steiermark). Dort sollen diese aufgestellt werden, um dann eine eigene Polizeiexpositur zu bilden, so Polizeisprecher Leo Josefus.

Dabei hatte man in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Beschluss, dass die Container wegtransportiert werden, mehrheitlich aufgehoben, um genügend Platz für Asylwerber zu haben, falls notwendig. Nun aber muss man umdisponieren und neue Quartiere finden. Anbieten würden sich eventuell ÖBB-Wohnungen, einer der beiden Pfarrhöfe oder ein größeres Wohnhaus in der Gemeinde, so SP-Ortschef Herbert Bauch.

Freude bei der FPÖ über Container-Aus

Diesen – aus freiheitlicher Sicht – Erfolg heftet sich die FP an ihre Fahnen, schließlich sei sie es gewesen, auf deren Antrag hin die Volksbefragung im November durchgeführt wurde. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 16 % stimmten damals 86 % gegen die Flüchtlingsunterbringung auf dem Container-Areal (die NÖN berichtete).

Laut FP-Gemeinderätin Ernestine Soucek haben die Freiheitlichen aber schon im Gemeinderat angeregt, dass die Flüchtlinge in Gemeindewohnungen oder Privathäusern untergebracht werden sollten. Daraufhin habe Bauch erklärt, ebenjene Wohnungen müssten erst saniert werden, bevor Flüchtlinge einziehen können, es gäbe keine andere Unterbringungsmöglichkeit als Container. Soucek ist sich sicher, dass der Ortschef schon bei der Sitzung gewusst hat, dass die Container in die Steiermark kommen.

Dabei habe Bauch laut eigener Aussage selbst erst vergangenen Mittwoch von den Plänen des Ministeriums erfahren. Er könne dies anhand seines Nachrichtenverlaufs sogar beweisen.


Info: Die Container

Die Container, in denen bis Mitte des Jahres die Dürnkruter Polizeiinspektion AGM untergebracht war, befanden und befinden sich in Besitz des Bundes. Das Innenministerium muss die Container, sofern Nachfrage besteht, zum Marktpreis veräußern. Allerdings fand sich bis dato kein Käufer, sodass der Bund die Container nun behält und anderweitig – nämlich beim Grenzübergang in Spielfeld – einsetzt.