Deutsch-Wagram

Erstellt am 30. Juni 2016, 06:00

von Robert Knotz

Polit-Debatte: Tauziehen um Wohnraum. Laut SPÖ-Stadtrat Harald Nikitscher soll die ÖVP gegen zwei Projekte sein, die jungen Menschen zugutekommen. VP-Stadtchef Fritz Quirgst hat sehr wohl Projekte im Auge.

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst steht zu seinen Projekten. (links) SP-Stadtrat Harald Nikitscher kritisiert die Wohnraum-Politik der Stadt. (rechts)  |  Archiv

SP-Sozialstadtrat Harald Nikitscher und !wir-Wohnbau-Stadtrat Peter Lauppert sollen sich in der letzten Stadtrat-Sitzung für das Förderprogramm „Junges Wohnen“ sowie für das Wohnprogramm „WOHN.CHANCE.NÖ“ des Landes ausgesprochen haben. Letzteres soll – unter Mithilfe der Gemeinde – jungen Menschen bei Nettomieten unter fünf Euro pro Quadratmeter günstiges Wohnen ermöglichen.

Laut Nikitscher soll das Wohnprogramm in der Stadtgemeinde aber von der ÖVP-Mehrheitspartei abgelehnt worden sein. „Dieses Verhalten zeigt, dass die ÖVP gegen leistbaren Wohnraum ist. Speziell einkommensschwachen Familien aber auch jungen Menschen wird hier der Traum einer eigenen Wohnung verwehrt“, ärgert sich der SP-Stadtrat. Die Stadt sei aufgrund der Nähe zu Wien ein Paradebeispiel für enorm steigende Wohnkosten. Seit Jahren werde im gemeindeeigenen Wohnbau keinerlei neuer Wohnraum geschaffen.

Nikitscher weiter: „Nach langen Diskussionen wurde zumindest das Förderprogramm ,Junges Wohnen‘ dem zuständigen Unterausschuss zugewiesen, was aber quasi ein Begräbnis erster Klasse ist, da dort die ÖVP eine satte Mehrheit hat.“ Der Sozialstadtrat soll bereits vor einiger Zeit den Privatisierungsgedanken von Gemeindewohnungen eine Abfuhr erteilt haben. „All diese Vorgänge zeigen auf, dass die ÖVP-Stadträte günstige Wohnungen in Deutsch-Wagram ablehnen“, schließt Nikitscher.

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst sieht das naturgemäß anders: „Man kann nicht beides machen. Wir haben uns für das Projekt Junges Wohnen entschieden weil bei der WOHN.CHANCE.NÖ die Vergabe der Wohnungen jeweils zu 50 Prozent unter dem Land NÖ und der Stadt aufgeteilt wird.“ Bei dem Modell „Junges Wohnen“ entscheide allein die Stadt, wer die Wohnungen bekommt, so Quirgst.