Deutsch-Wagram

Erstellt am 12. Oktober 2016, 04:00

von Robert Knotz

Tauziehen um den Wald. In der jüngsten Gemeinderatssitzung gingen bei den Punkten „Änderungen des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans“ die Wogen hoch.

 |  NOEN, BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Zu heftigen Wortgefechten kam es in der letzten Sitzung des Gemeinderats. Am höchsten schlugen die Wogen bei der Diskussion um die Umwidmung zweier aneinandergrenzender Grundstücke zwischen Hausfeldstraße und Akazienweg. Dabei soll Wald zu Bauland und Bauland zu Wald werden. Zur Erklärung: Das Bauland würde im Falle eines positiven Entscheids direkt an den Akazienweg heranrücken, wohingegen dessen ursprüngliche Position mitten im Wald läge.

„Ich stelle mir die Frage, was die Gemeinde davon hat, diese Flächen umzuwidmen“, eröffnete wir!-Stadtrat Peter Lauppert das Streitgespräch und beantwortete seine Frage sogleich selbst: „Es geht wahrscheinlich darum, dass dieses Grundstück von Reinhard Pacejka (AC-Wohnen, Anm.) gekauft wurde.“ Lauppert warf VP-Bürgermeister Fritz Quirgst damit ein „Naheverhältnis“ zum Grundbesitzer vor, was dieser heftig bestritt.

Quirgst: „Gewinnen 100 Quadratmeter Wald“

„Pacejka wird auf jeden Fall dort bauen. Und wenn wir nicht tauschen, durchschneiden wir den Wald. Außerdem gewinnen wir durch die Umwidmung 100 Quadratmeter Wald“, meinte Quirgst. VP-Stadtrat Mandl fügte hinzu, dass es sinnvoll sei, ein Durchtrennen des Waldes zu verhindern, worauf wir!-Gemeinderätin Daniela Böckl konterte, dass dies, durch eine dort errichtete Reihenhausanlage, bereits geschehen sei.

Lauppert kritisierte weiters, dass die Bebauungsdichte (pro Grundstück) dort auf 40 Prozent festgelegt wurde und stellte den Antrag, den Bebauungsplan auf 30 Prozent Bebauungsdichte und eine Bauhöhe von maximal fünf Meter herabzusetzen. Nach einer Pause zur Beratung lenkte die ÖVP zumindest teilweise ein und stellte den Antrag, die zumindest die Bebauungsdichte auf dem Grundstück wie von Lauppert gefordert herabzusetzen. Der Antrag wurde schließlich mit den Stimmen aller Mandatare, außer den Grünen, die sich der Stimme enthielten, angenommen.