Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Die große Flut: 10 Jahre danach. Das verheerende March-Hochwasser, das Dürnkrut und Mannersdorf mit voller Wucht traf, bleibt unvergessen.

Jahrhundert-Hochwasser: Nach dem Dammbruch in Jedenspeigen am 3. April 2006 standen an die 300 Häuser in Dürnkrut unter Wasser.  |  NOEN, FF

Es war die schlimmste Naturkatastrophe in der jüngeren Geschichte des Bezirks: Das March-Hochwasser im April 2006. Genau zehn Jahre danach erinnert kaum noch etwas an das Unglück. Alle Schäden sind beseitigt, der einst desolate March-Damm ist saniert und schützt nun die gefährdeten Orte. Nur in den Köpfen der betroffenen Menschen wird die erlebte Tragödie wohl nie verschwinden.

Rückblick: Es war an den letzten März-Tagen 2006, als der March-Pegel kontinuierlich und dramatisch anstieg. Die Höchstmarke von der Flut 1997 war schnell überschritten. Erinnerungen an das Jahr 1954 wurden wach – genauer an das größte Hochwasser, an das sich die Bürger damals noch erinnern konnten.

"Können wieder beruhigt schlafen"

Am 3. April in den frühen Morgenstunden spitzte sich die Lage zu – und endete schließlich in der Katastrophe, als der March-Damm in Jedenspeigen brach. Die Wassermassen schossen in Richtung Dürnkrut, auf einen Schlag stand ein Drittel der Ortschaft unter Wasser. SP-Bürgermeister Herbert Bauch, damals noch Vizebürgermeister, erinnert sich im NÖN-Gespräch mit Schrecken zurück:„An die 300 Häuser waren betroffen, darunter auch öffentliche Gebäude, wie die Bernsteinhalle und der Bahnhof.“

Mittlerweile sind aber nahezu alle Gebäude renoviert und wieder bewohnt. Bauch: „Nachdem der Damm nun saniert ist, hat auch niemand mehr Angst vor einem neuerlichen Hochwasser.“ Ähnlich argumentiert auch Angerns SP-Bürgermeister Robert Meißl: „Wir sind jetzt vor einem Dammbruch sicher und können wieder beruhigt schlafen.“

In der Angerner Katastralgemeinde Mannersdorf erinnert nur noch ein Gedenkstein an den Dammbruch am 4. April 2006. Jener hatte zu einer Überschwemmung von mehr als 20 Wohnhäusern in Mannersdorf geführt. Auch diese Gebäude sind mittlerweile renoviert und wieder bewohnt.

 


Flut-Chronologie

  • Montag, 3. April 2006: Um 3.30 Uhr passiert die Katastrophe. Der March-Damm in Jedenspeigen bricht. Ein Drittel von Dürnkrut und etwa 300 Häuser stehen plötzlich unter Wasser. Das verbaute Gebiet von Jedenspeigen bleibt verschont.

  • Dienstag, 4. April 2006: Um 3.41 Uhr bricht der March-Damm in Stillfried. Die Wassermassen fließen in Richtung Mannersdorf und überfluten dort mehr als 20 Wohnhäuser. Stillfried selbst kommt mit einem blauen Auge davon, in Angern wird eine Handvoll Keller überschwemmt.

  • Mittwoch, 5. April 2006: Um 17 Uhr wird in Zwerndorf Alarm ausgelöst. Der Weidenbach-Damm droht zu brechen. Hunderte Einsatzkräfte arbeiten die ganze Nacht und können den Damm halten. In den nächsten Tagen geht die Flut schließlich zurück.