Erstellt am 03. Juli 2017, 15:39

von Jutta Hahslinger

„Ich ließ mich provozieren“. 19-Jähriger fühlte sich von zwei Burschen bei Pfadfinderfest beleidigt und forderte mit Messer in der Hand eine Entschuldigung ein.

Symbolbild  |  Shutterstock, vchal

„Keine Vorstrafen, Sie weisen bislang einen tadellosen Lebenswandel auf und haben vor kurzem erfolgreich die Matura bestanden. Wie konnte es dazu kommen, dass Sie beim Pfadfinderfest in Strasshof zwei Burschen mit dem Messer bedrohten?“, hinterfragt Richter Martin Bodner das ungebührliche Verhalten eines 19-Jährigen aus Dürnkrut.

„Jemand hat über mich geschimpft. Ich fühlte mich bedroht. Als ich in Richtung der Stimmen ging, standen da zwei Burschen“, schildert der 19-Jährige.

„Vom Schimpfen haben Sie sich bedroht gefühlt?“, fragt der Richter verwundert nach und will wissen: „Warum konfrontierten Sie sich mit den beiden?“

„Ich hatte getrunken und habe mich leider provozieren lassen. Und ich war auch streitlustig“, gesteht der Weinviertler und räumt ein, dass von den Burschen keine Aggressionshandlungen gesetzt wurden. Er habe von den beiden eine Entschuldigung verlangt und zur Untermauerung der Forderung ein Messer in der Hand gehalten, legt er ein reumütiges Geständnis ab und zeigt Bedauern: „Es tut mir wirklich leid. Ich weiß auch nicht, was da über mich gekommen ist.“

Das einsichtige und reumütige Verhalten des 19-Jährigen bringt bei dem Strafrichter Pluspunkte: Er legt das Strafverfahren gegen den Weinviertler auf Eis. Lässt sich der Weinviertler die nächsten zwei Jahre nichts zu Schulden kommen, wird es endgültig eingestellt.