Haringsee

Erstellt am 11. August 2016, 10:16

Reha für Schwarzspecht-Weibchen. Die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) hat derzeit einen sehr seltenen Gast: Ein äußerst schönes Schwarzspecht-Weibchen war von aufmerksamen Passanten aus Hollabrunn neben einer Straße an der Wiener Stadtgrenze gefunden worden.

VIER PFOTEN

Die Veterinärmedizinische Universität stellte einen Bruch des linken Unterarmes fest, vermutlich entstanden durch einen Zusammenstoß mit einem Auto.

VIER PFOTEN

„An der Uni konnte die Fraktur genagelt werden“, berichtet VIER PFOTEN Vogel-Expertin Brigitte Kopetzky. „Danach wurde die hübsche Dame zu uns in die EGS gebracht, wo sie auf die vollständige Ausheilung ihrer Verletzung wartet.“ Wie in der EGS üblich, wird auch sie nach ihrer Genesung wieder ausgewildert.

Schwarzspechte sind die größte europäische Spechtart. Ihre Nahrung besteht zu einem Großteil aus holzbewohnenden Ameisen, deren Lebensräume sie mit ihrem starken Schnabel freilegen. Sie bauen ihre Bruthöhlen bevorzugt in Buchen und schaffen damit wichtige Nistmöglichkeiten für viele andere Arten, z.B. den Waldkauz oder den Rauhfußkauz.

VIER PFOTEN

Brigitte Kopetzky: „In unserer Umgebung kommt der Schwarzspecht nicht so oft vor. Er lebt in größeren Wäldern, auch im Gebirge und nicht unbedingt in menschlicher Nähe. Darin unterscheidet er sich vom Buntspecht, der ja häufig in Gärten und bei Futterhäuschen auftaucht.“

Eulen- und Greifvogelstation Haringsee

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte 2015 über 970 Tieren geholfen werden, darunter mehr als 800 Wildvögel, wobei davon ca. die Hälfte Jungvögel waren. Alle Jungtiere wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen.

Die EGS ist eine Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen  Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Igel, Fledermäuse und Sumpfschildkröten wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.