Erstellt am 02. April 2016, 05:04

von Nina Wieneritsch

Einzigem Gasthaus im Ort droht Aus. Pächterin sieht sich Gesetzen nicht mehr gewachsen und will bald schließen.

Droht dem geselligen Beisammensein im Wirtshaus von Brigitta Haellmeister (vorne, 2.v.l.) bald das Ende? Jedenspeigens Seniorenbund-Obfrau Gertrude Hofstetter (vorne, 3.v.l.) schwant Übles.  |  NOEN, Seniorenbund

Kindergarten, Volksschule, Kirche, Friedhof und ein Gasthaus - das seien die einzigen Gemeinschaftsplätze, die dem Ort noch geblieben sind, erzählt Gertrude Hofstetter. Und die Seniorenbund-Obfrau hat Angst, dass bald auch dem letzten echten Kommunikationsort, nämlich dem örtlichen Wirtshaus „Rudolf von Habsburg“, das Aus droht. „Die Obrigkeit macht so ein Theater mit den Vorschriften“, so Hofstetter, die befürchtet, dass Pächterin Brigitta Haellmeister ihr Gasthaus bald zusperren muss.

Allergen-Verordnung, Barrierefreiheit, Registrierkassa...

Und tatsächlich: Leicht wird es die kommenden Jahre nicht, wie Haellmeister selbst erzählt: „Die Auflagen werden immer ärger – Allergen-Verordnung, Barrierefreiheit, Registrierkassa, Rauchverbot ab 2018. Dann gibt’s uns nicht mehr.“ Und weiter: „Für mich ist das sehr schwer. Ich stand 44 Jahre lang im Gasthaus, aber an den Gesetzen kommt man nicht vorbei.“

Momentan kümmere sie sich um die Registrierkassa, in zwei bis drei Jahren wolle sie dann aber schließen. Nachfolger gebe es keinen, die Arbeit mit sämtlichen gesetzlichen Auflagen wolle sich niemand antun.

Für Hofstetter vom Seniorenbund jedenfalls ein Schlag ins Gesicht: „Alle Feiern werden im Wirtshaus abgehalten. Und auch wir kommen jeden Sonntag hin.“ Zwölf Frauen seien sie dann, die sich zum Kartenspielen und Essen treffen, so Hofstetter.