Erstellt am 25. März 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

Eiscreme nicht präpariert: Heimhilfe freigesprochen. Anklägerin konnte einer Weinviertlerin nicht beweisen, einen 80-jährigen Rentner mit präparierter Eiscreme ins "Traumland" geschickt und beraubt zu haben.

Anklägerin Gudrun Bischof akzeptierte nach dem Beweisverfahren den Freispruch für die Weinviertlerin.  |  NOEN, NÖN

Betagten und pflegebedürftigen Menschen ging eine 40-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf zur Hand – sie half im Haushalt. Als die Weinviertlerin aber auch private Kontakte, die untersagt waren, zu Schützlingen unterhielt, verlor sie den Job bei der Hilfsorganisation.

Diese Kündigung hielt die Weinviertlerin aber nicht von weiteren Privatbesuchen ab: So tauchte sie am 28. März vergangenen Jahres mit einer Flasche Wein und einer Portion Eiscreme bei einem Strasshofer Pensionisten auf – ein Besuch, der mit einem Blackout des 80-Jährigen endete.

Keine Betäubungsmittel gefunden

„Ein Gepolter, und ein Bekannter kam herein. Ich lag neben meinem Bett mit aufgeschundenen Knien“, schilderte der Senior seine erste Erinnerung nach dem Erwachen. Er beklagte das Verschwinden von 13.500 Euro und sieht den Besuch nun mit anderen Augen: „Ich vermute, sie hat mir was ins Eis gemischt. Wer schläft 38 Stunden?“, und er erhob schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Heimhilfe. Es wurden aber keinerlei Betäubungsmittel im Blut oder Harn des 80-Jährigen gefunden.

Eine 92-jährige Seniorin aus Angern an der March beklagte den Verlust von Schmuck und vermutete in der 40-Jährigen, der Ex-Putzfrau, die Diebin.

Die Weinviertlerin aber beteuerte vor Gericht ihre Unschuld. Schlussendlich wurde sie vom Vorwurf des Raubes und Diebstahls freigesprochen: „Es handelt sich um Vermutungen, die in einem umfangreichen Beweisverfahren nicht erhärtet werden konnten. Es liegt kein einziger Beweis vor“, begründete Richterin Xenia Krapfenbauer den Freispruch.