Erstellt am 20. Februar 2016, 05:04

von Ulla Kremsmayer

Endlose Asyl-Geschichte. Noch immer herrscht Unklarheit, ob nun Schutzsuchende im ehemaligen Hotel untergebracht werden. Die FP will jetzt zur „Info-Veranstaltung“ laden.

Die Nachnutzung des Hotel-Areals am Sachsengang ist weiter mit vielen Fragezeichen versehen.  |  NOEN, Archiv

In der letzten Woche sind in den sozialen Netzwerken wieder einmal die Wogen hochgegangen. Auslöser war ein Facebook-Eintrag der FPÖ, in dem die Blauen die Unterbringung von 200 Flüchtlingen im Hotel am Sachsengang prophezeiten. Sie laden nun auch zur „Info-Veranstaltung“ ein. Interessant nur, welche Information sie geben werden.

Der für die Veranstaltung verantwortlich zeichnende Alexander Kassowitz aus Schönau bezeichnet sich zwar als „keinesfalls rassistisch“, fürchtet aber um die beschauliche Gemeinde und ob dann seine Frau noch mit dem Hund Gassi gehen oder seine Tochter allein mit dem Bus fahren könne. FP-Chef René Azinger will aus „sehr guter Quelle“ wissen, dass das Projekt „Flüchtlinge im Sachsengang“ bald über die Bühne gehen werde, beteuert aber, dass man sachlich informieren werde.

Möglichkeit, Flüchtlinge unterzubringen besteht

SP-Bürgermeister Hubert Tomsic hingegen weiß nichts von einer neuen Besiedelungs-Initiative, der grüne Stadtrat Andy Vanek berichtet vom Erstgespräch mit dem neuen Besitzer der Liegenschaft, der Hammerl G.m.b.H, die ihm Anfang des Jahres von mehreren Optionen berichteten: Von einem möglichen Hotelbetrieb im abgespeckten Dreistern-Bereich über eine Wohnnutzung bis hin zur Flüchtlingsunterbringung. Aktuell sei ihm allerdings nicht Neues zu Ohren gekommen.

„Wir wissen, dass der Verkauf des Hotels vollzogen ist. Über eine Nachnutzung wurde bis jetzt nichts bekannt“, schreibt VP-Chef Michael Rauscher: „Wir halten nichts davon, unbelegte Aussagen öffentlich zu machen und so die Bürger zu verunsichern. Uns geht es darum, mit der Flüchtlingsproblematik verantwortungsvoll umzugehen.“

VP fordert Kompetenz statt Panikmache

Und weiter: „Wir tragen Verantwortung und Verpflichtung der Bevölkerung gegenüber, aber auch Verantwortung bei der Lösung von anstehenden Problemen und Krisen. Eine Unterbringung in kleinen Einheiten mit entsprechender Infrastruktur und Betreuung ist für unsere Gemeinde machbar.“ Dabei sei Kompetenz gefragt und nicht Panikmache. Rauscher habe daher mit Tomsic eine Information der Gemeinderäte durch das Innenministerium initiiert. Ziel soll es sein, Möglichkeiten zu besprechen und die besten Lösungen zu finden und umzusetzen.

Das bestätigt auch Tomsic: Die Anrainer seien sehr besorgt. Er habe über 400 Unterschriften, die sich gegen Massenunterkünfte in Neuoberhausen aussprechen, vorliegen. Damit ist freilich nicht nur das „Sachsengang“ gemeint, sondern auch das „Integrationshaus“ in Neuoberhausen, das derzeit mit dreizehn, in Summe aber mit 27 Asylwerbern belegt werden soll.

Dagegen hat unlängst auch die Neuoberhausener SP mit Postwurfzettel Stimmung gemacht, Tomsic hat eine verlangsamte Besiedelung erwirkt und damit das Projekt an den Rand des Scheiterns gebracht. Schließlich müssen dort Miete und Betriebskosten bezahlt werden, mit zehn Flüchtlingen wären diese Kosten auf Dauer nicht gedeckt. Am kommenden Samstag werden die Nachbarn jedenfalls dorthin zum Kaffee eingeladen und können sich selbst ein Bild vom Haus und seinen Bewohnern machen.