Erstellt am 23. September 2015, 11:41

von Stefan Havranek

FPÖ wird auch antreten. SP-Zabadal attackiert VP-Bürgermeister Reiter scharf, dieser will aber „arbeiten statt Wahlkampf“. Und auch die Blauen planen Kandidatur bei Neuwahl im Jänner.

Andreas Zabadal (li.) von der SP kritisiert Josef Reiter. Reiter selbst will aber nichts von Wahlkampf-Geplänkel wissen.  |  NOEN, Archiv

In der Großgemeinde geht es weiter rund: Nachdem nun der Termin für die nach dem Zurücklegen der SP-Mandate notwendige Neuwahl mit 24. Jänner fixiert wurde, fliegen weiter die Fetzen zwischen Ex-SP-Ortschef Andreas Zabadal und dem amtierenden VP-Bürgermeister Josef Reiter. Außerdem sorgte die FP für einen Paukenschlag, indem sie bekannt gab, eine Kandidatur in Engelhartstetten zu planen.

Zabadal greift seinen Nachfolger an, weil er es als „Zumutung“ empfindet, dass sich dieser das Projekt Neu- und Umbau des Loimersdorfer Kindergartens (die NÖN berichtete) laut Zabadal alleine zuspricht: „Die Baubesprechungen wurden alle von Cornelia Blümel abgehalten, die auch alles mit mir abgesprochen hatte, weil sie von Anfang von Adolf König und mir eingebunden wurde. Reiter ist erst seit Ende März Bürgermeister. Das geht sich nie und nimmer aus, dass das Projekt nur in seine Amtszeit fällt.“

Auch bezüglich der Finanzierung attackiert Zabadal Reiter: „Die Behauptung, dass es seine erste Amtshandlung war, dafür zu sorgen, dass wir die Förderzusage bekommen ist wieder eine Lüge. Richtig ist: Die Förderzusage hatten wir bereits vor Beginn der Planungen für das Projekt. Lediglich die schriftliche Zusicherung fehlte noch. Ich habe Reiter am Tage der Amtsübergabe ersucht, sich die Zusicherung zu holen, damit wir ohne diese schriftliche Bestätigung zu bauen beginnen können, weil sich das Projekt sonst nicht in der geplanten Zeit umsetzen lässt.“

Reiter will diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen: „Ich und mein Team haben ab der Wahl für die Gemeindebevölkerung gearbeitet. Nicht nur beim Kindergarten in Loimersdorf, sondern bei allen Projekten die wir durchgeführt haben. Das ist unsere Aufgabe. Dafür wurden wir gewählt.“ Und mehr will er dazu nicht sagen.

„Frustrierte Angriffe von Arbeitsverweigerer“

Dafür kontert er: „Engelhartstetten ist die einzige Gemeinde in NÖ, die im kommenden Jahr erneut ihren Gemeinderat wählen muss. Die Verantwortung dafür tragen allein die Gemeinderäte, die ihre Arbeit niedergelegt haben. Ich halte absolut nichts davon, meine Zeit auf frustrierte Angriffe eines Arbeitsverweigerers zu verwenden.“

Ihm sei wichtiger, dass die Arbeit für die Gemeinde weitergeht, dass die Verwaltung funktioniert, dass begonnene Projekte abgeschlossen werden und dass Anliegen der Bürger erledigt werden: „Dafür wurde ich gewählt, dafür werde ich bezahlt. Wenn andere lieber Wahlkämpfe austragen, soll es mir recht sein. Ich versichere, dass ich und mein Team das nicht tun, sondern bis zum Wahltag arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten werden.“

Für einen Paukenschlag sorgte die FP: „Ob der Unfähigkeit der bisher handelnden Gemeindepolitik in puncto Zusammenarbeit, kandidiert nun auch die FPÖ“, lässt Bezirksparteiobmann Herbert Steindl wissen. Interne Gespräche mit Interessenten werden bestätigt.

Seitens den Bezirksfreiheitlichen wurde Dieter Dorner betraut, Gespräche in Absprache mit Steindl zu führen. Weitere Interessenten werden gebeten, sich an Dorner zu wenden. Steindl bestätigte gegenüber der NÖN: „Wir führten intensive Gespräche und sind sicher, eine Kandidatur aufzustellen.“