Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:02

von Stefan Havranek

Verkehrsprobleme : „Autobahn“ für Traktor?. Ex-SP-Ortschef befürchtet, dass Straßenkonzept beim Gemeindezentrum zugunsten von Landwirten geändert wird. VP-Bürgermeister verweist auf Experten-Gespräche.

Ex-SP-Bürgermeister Andreas Zabadal schießt scharf gegen seinen Nachfolger, VP-Bürgermeister Josef Reiter (Bild).  |  NOEN, Archiv

Im Zuge der Bau- und Projektsteuerbesprechung gab es eine Begehung im Bereich der Gussastraße, weil einige Gemeindebürger Bedenken gegen die geplante Parkplatzsituation geäußert haben. Das Projekt „Gemeindezentrum“ wurde als Gesamtprojekt einstimmig im Gemeinderat beschlossen. Jede Änderung des Projektes bedarf daher eines neuen Gemeinderatsbeschlusses.

„Darüber hinaus wurde auch die Parkplatzsituation mit dem Pächter Franz Pekarek und den Vertretern der Raiffeisen Regionalbank Gänserndorf vertraglich vereinbart. Schon alleine aus diesen Gründen ist eine Abänderung nicht ohne Weiteres möglich, nur weil ein paar Landwirte auf ihr Recht pochen, in der Gussastraße ohne Behinderung fahren zu können“, bemerkt Ex-SP-Bürgermeister Andreas Zabadal.

Die Gussastraße sei eine Siedlungsstraße wie viele andere. Auch dort sei eine ungehinderte Durchfahrt mit landwirtschaftlichen Geräten nicht ohne Weiteres möglich. Die Verkehrsteilnehmer müssten gegenseitig Rücksicht nehmen und kurze Wartezeiten auf den Gegenverkehr in Kauf nehmen.

„Die Interessen aller Bürger vertreten“

Im Zuge der Planungen für das Gemeindezentrum, bei dem auch eine VP-Vertreterin immer dabei war, wurde laut Zabadal festgestellt, dass die Verkehrssituation in der Gussastraße nur durch zusätzliche Verkehrszeichen geregelt werden könne: „Dazu gehören ein Parkverbot gegenüber der Schrägparker ebenso wie eine Wartepflicht bei Gegenverkehr“, so Zabadal.

Wenn darüber hinaus Parkbuchten auf der LB 3 entstehen sollten, sähe er das nicht als Problem, sondern als mögliche sinnvolle Ergänzung: „Ohne vorige Absprache mit der BH Gänserndorf und dem Verkehrsjuristen des Landes NÖ wird aber nur Steuergeld in eine Planung investiert, von der man nicht weiß, ob sie eine Zustimmung der zuständigen Stellen erhält“, verweist Zabadal darauf, dass die LB 3 nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde fällt.

Abschließend plädiert Zabadal an VP-Bürgermeister Josef Reiter: „Ich fordere Sie auf, dass Sie auch die Interessen aller anderen Gemeindebürger vertreten, und nicht nur die der Landwirte. Es ist mir schon bewusst, dass diese eine wichtige Arbeit leisten und in unserer Gemeinde eine wichtige Rolle spielen. Aber die Zeiten, in denen wir Autobahnen durch die Siedlungsgebiete gebaut haben, um mit Traktoren, Mähdreschern oder Lkw ungehindert durchfahren zu können, sind vorbei.“

„Lösungen finden, die allen Beteiligten helfen“

Reiter lässt die Kritik nicht auf sich sitzen und verweist darauf, dass gemeinsam mit einem Expertenteam, das seit Beginn die Planung und Umsetzung des Gemeindezentrums betreut, haben eine bessere Lösung erarbeitet worden wäre: „Damit werden sowohl die Bedürfnisse der Anrainer und der Straßenbenützer als auch jene der Kunden des Nahversorgers, des Kaffeehauses, der Bankfiliale und der Gemeinde, die parken wollen, gleich gut erfüllt. Mein Team und ich stehen für kontinuierliches Arbeiten und praktische Lösungen, die allen gleichermaßen nützen.“

Außerdem verweist sein Fraktionskollege Leopold Sabeditsch darauf, dass ohnehin eine verkehrstechnische Lösung gefunden werden müsste: „Natürlich wird es nötig sein, entsprechende Verkehrszeichen aufzustellen und Vorrangregelungen zu schaffen.“