Erstellt am 25. Januar 2016, 14:06

von Stefan Havranek

Engelhartstetten: VP holt sich die absolute Mehrheit. SPÖ konnte nicht zulegen und wird Zweiter. Blaue schaffen ein Mandat, „Liste Barnet“ und „Bürgerplattform“ nicht.

Der strahlende Wahlsieger: VP-Bürgermeister Josef Reiter holte die »Absolute«. Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv
Zum Triumph für VP-Bürgermeister Josef Reiter wurde die Gemeinderatswahl in Engelhartstetten: Er holte mit der ÖVP die absolute Mehrheit, legte um zwei Mandate zu und wies die SPÖ, die die Neuwahl durch den Auszug aus dem Ortsparlament erzwungen hatte, in die Schranken.

„Froh, dass ,Absolute‘ in Stein gemeißelt ist“

Naturgemäß waren Freude und Erleichterung beim „neuen alten“ Bürgermeister riesig: „Ich bin froh, dass das Ergebnis da und unsere ,Absolute‘ in Stein gemeißelt ist. In den letzten Wochen wurde doch sehr intensiv Wahlkampf betrieben.“

Dabei habe er versucht, so wenig „Kampf“ wie möglich in die Wählermobilisierung einfließen zu lassen: „Ich habe das nicht so mitverfolgt, aber auf Facebook tobte ja anscheinend bis wenige Stunden vor der Wahl die Schlacht um die Bürgerstimmen. Wir haben wirklich versucht, die Bürger sachlich zu informieren und niemanden angeschwärzt. “

Das sieht Reiter auch als das Erfolgsgeheimnis der VP: „Ich bin auch in meiner – zugegeben recht kurzen – Bürgermeister-Ära immer auf die Sorgen und Bedürfnisse der Bürger eingegangen und hatte für jeden ein offenes Ohr.“

Zabadal hofft auf VP-Gesprächsbereitschaft

„Wurden gewählt, um für Bürger da zu sein“ Mit der absoluten Mehrheit hofft er nun, dass auch die Kommunikation und Zusammenarbeit im Gemeinderat besser funktionieren: „Denn wir wurden dafür gewählt, um für die Bürger da zu sein.“

Andreas Zabadal, SP-Spitzenkandidat und Reiters Vorgänger als Bürgermeister, analysiert das Ergebnis nüchtern: „Wir haben unsere acht Mandate gehalten. Uns haben immerhin wieder fast 600 Bürger gewählt. Das Ergebnis ist zu akzeptieren.“

Er hofft nun auf Gesprächsbereitschaft seitens der VP: „Wir würden uns freuen, wenn wir in der Ressortvergabe berücksichtigt würden. Das ist meine Vorstellung von Zusammenarbeit. Auch ich habe als Bürgermeister andere Parteien in die Gemeindearbeit eingebunden und es wäre ein Zeichen, wenn das auch jetzt passieren würde.“

„Strikte Oppositionspolitik bringt weder uns,
noch der ÖVP und schon gar nicht der
Gemeinde etwas“
Andreas Zabadal, SP-Spitzenkandidat

Denn manche Dinge könne man besser gemeinsam stemmen: „Wir können natürlich auch strikte Oppositionspolitik betreiben, das bringt aber weder uns, noch der VP und schon gar nicht der Gemeinde etwas.“

Ihr Wahlziel erreicht hat hingegen die FPÖ, die erstmals antrat: Spitzenkandidat Andreas Hruschka wird in den Gemeinderat einziehen: „Wir sind sicher ein Gewinner des Wahltags, der große Sieger ist aber angesichts der gestiegenen Wahlbeteiligung die Demokratie“, freut sich Hruschka.

Das Wahlergebnis zeige einen klaren Wählerauftrag an die ÖVP: „Jetzt müssen sie dieses Vertrauen bestätigen. Wir wollen mit unserem Mandat ein Kontrollorgan und eine Informationsplattform für die Bürger sein.“

Freude über FP-Mandat: „Wir begannen bei Null“

Besonders freut ihn, dass die FPÖ in allen Katastralgemeinden auf Zuspruch gestoßen sei: „Das war nicht einfach bei fünf Fraktionen, schließlich begannen wir bei Null. Und man hat gesehen, was mit den Bürgerlisten, in denen etablierte Kommunalpolitiker saßen, passiert ist.“ Beide schafften den Einzug in den Gemeinderat nicht.

Als Wahlverlierer kann man wohl die „Liste Barnet“ unter Johann Barnet bezeichnen: „Ich bin schon enttäuscht, ein Mandat hätte ich erhofft und mit zehn fehlenden Stimmen sind wir auch nur ganz knapp gescheitert“, seufzt der Listenerste: „Dass so viele kleine Parteien angetreten sind, hat uns sicher sehr geschadet.“

Nach der Gemeinderatswahl 2015 war Barnet Vizebürgermeister und mit drei Mandaten im Ortsparlament vertreten, nun schaffte er den Einzug nicht und stürzte auf 64 Stimmen (von 214 bei der letzten Wahl) ab. Ein Grund dafür liegt auf der Hand: Drei ehemalige Mitstreiter (Anton Svatunek, Roland König und Leopold Geringer) traten als „Bürgerplattform“ an. Auch sie scheiterten mit 49 Stimmen am Einzug in den Gemeinderat.

Spitzenkandidat Svatunek: „Unsere Botschaft ist nicht angekommen. Die Wähler wollten keine Experimente, haben lieber die etablierten Parteien gewählt. Wir wurden zwischen VP und SP aufgerieben. Gratulation an die VP, Reiter und sein Team haben alles gegeben und sind der verdiente Wahlsieger.“

Endergebnis der Gemeinderatswahl

GESAMTERGEBNIS
Wahlberechtigte: 2.071
Gültige Stimmen: 1.585
Wahlbeteiligung: 77,74 %

SPÖ: 593 (37,41 %, 8 Mandate)
2015: 595 (42,65 %, 8 Mandate)

ÖVP: 793 (50,03%, 10 Mandate)
2015: 586 (42,01 %, 8 Mandate)

LBJ: 64 (4,04 %)
2015: 214 (15,34 %, 3 Mandate)

FPÖ: 87 (5,49 %, 1 Mandat)
2015: –

BPF: 49 (3,03 %)
2015: –