Erstellt am 13. April 2016, 12:04

von Edith Mauritsch

Es tut sich etwas in Groß-Schweinbarth. Die NÖN bat VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl ein Jahr nach Amtsantritt zum Gespräch. "Highlight" war Eröffnung der neuen Kindergartengruppe. Viel Arbeit steht bevor.

VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl ist seit einem Jahr im Amt und hat schon einige Weichen gestellt. Viel Arbeit liegt in den nächsten Jahren noch vor ihr.  |  NOEN, Mauritsch

Etwas mehr als ein Jahr ist Marianne Rickl als VP-Bürgermeisterin im Amt. Anlass um Bilanz zu ziehen und einen Ausblick in die kommenden Jahre zu wagen – die NÖN bat die VP-Ortschefin zum Interview.

"Anstrengendes, aber auch sehr interessantes Jahr"

„Es war ein ereignisreiches Jahr, anstrengend, aber auch sehr interessant, und natürlich hat sich auch für mich persönlich viel verändert“, so Rickl, die nach den letzten Gemeinderatswahlen den Chefsessel nach fast einem Jahrzehnt SP-Regierung übernahm – um dann gleich ihrer Kurzzeit-Vorgängerin Rosen zu streuen: „Susanne Venos hat in der ihr zur Verfügung stehenden Zeit Enormes geleistet, die Amtsübergabe verlief fair und äußerst kompetent.“

Mit den Mitarbeitern der Gemeinde bestehe ein gutes Verhältnis, wie wohl hier in der nächsten Zukunft kein Stein auf dem anderen bleiben wird, stehen doch einige Pensionierungen an. Auch bei Amtsleiter Walter Peterschelka, für den es gilt, eine Nachfolge aufzubauen.

Nach dem Highlight im letzten Jahr gefragt, steht für Rickl die Realisierung der dritten Kindergartengruppe an erster Stelle. „In kurzer Zeit und mit großer Anstrengung aller Beteiligten ist es gelungen, die Gruppe im Container am Spielplatz unterzubringen und für alle Kinder zeitgerecht einen Platz beizustellen“, so die Ortschefin. Derzeit arbeitet die Gemeinde an einem Neubau des Kindergartens.

Der Fokus liegt auch auf der Kulturszene

Ein wichtiges Anliegen war Rickl von Anfang an die Erweiterung der Kulturszene in der Gemeinde. Das scheint gelungen, hat sich doch die beliebte Sommerszene mittlerweile zur „Vierjahreszeiten-Bühne“ gemausert. Rickl sprach bei dieser Gelegenheit den beiden Organisatorinnen der Veranstaltungen, Gertrude Bürbaum und Irene Rath, ihren Dank aus. 2017 wird das Viertelfestival im Meierhof Station machen.

Einige „Baustellen“ warten auf Umsetzung. So seien bei allen gemeindeeigenen Gebäuden energietechnische und werterhaltende Maßnahmen notwendig. Die Arztstelle ist noch nicht vakant, doch ist abzusehen, dass auch Helmut Legat sich in den nächsten Jahren in die wohlverdiente Pension zurückziehen wird. Ganz oben auf der Liste steht der Erhalt des Schulstandortes.

An die 50 Kinder beherbergt die Volksschule derzeit, ein neuer Turnsaal ist dringend notwendig. Bei einem Anteil von über 20 % an unter 20-Jährigen in der Gemeinde und in Anbetracht des erwarteten Zuzugs im neuen Siedlungsgebiet „Fasanwald“ sind Kindergarten und Schule gewichtige Infrastruktur.

Hochwasserschutz noch in der Grobplanung

Für Bürger in den goldenen Jahren überlegt Rickl die Errichtung von zentralen Wohnungen, ein möglicher Standort wäre an jenem des „alten“ Gemeindeamtes, das ohnehin den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Ähnlich steht es um das EDV-System der Gemeinde, hier ist dringender Aktualisierungsbedarf gegeben, nicht nur die Homepage ist veraltet.

Nicht zuletzt auf der Agenda steht das Hochwasserschutz-Projekt „Gartenstadt“. Dieses liegt in der Grobplanung vor, allerdings sind nicht alle Grundeigentümer zur Abtretung bereit. Rickl drängt jedoch auf Umsetzung, zumal solche Vorhaben zu 80 % vom Land NÖ gefördert werden.

„Wer weiß, wie lange diese Unterstützung noch zur Verfügung steht“, möchte Rickl Mittel nicht ungenützt lassen. Außerdem stehen noch zwei weitere Hochwasserschutz-Projekte (Parkring und Fasanwald) an.