Erstellt am 11. November 2015, 04:47

von Thomas Schindler

Ex-Politiker gründet Verein für Bedürftige. Werner Jaindl und sein Team vermitteln Pflegepersonal für gebrechliche und bettlägerige Mitbürger.

Werner Jaindl hat sich jetzt einer sozialen Tätigkeit verschrieben: »Wir kümmern uns auch um die ganzen Behördenwege bezüglich Pflegegeld und Förderungen.«  |  NOEN, Foto: Schindler

Der ehemalige Team-Stronach-Bezirksparteichef Werner Jaindl engagiert sich nun für pflegebedürftige Mitbürger. Der umtriebige Strasshofer – mittlerweile 63-jährig – gründete kurzerhand einen Verein mit dem Namen „Betreute Lebenshilfe“. Das war im September dieses Jahres. Heute kümmern sich acht Vereinsfunktionäre und 20 Betreuerinnen um zehn Klienten – Tendenz steigend.

Jaindl erinnert sich im NÖN-Gespräch an den Grund für sein neues Projekt: „Ich bin in Pension und betreue meine betagte Mutter. Vor einiger Zeit musste ich selbst wegen einer Rückenoperation ins Krankenhaus und fand in keinem Pflegeheim in der Umgebung einen vorübergehenden Platz für sie.“

Kosten für Klienten halten sich in Grenzen

Dieser Umstand gab dem pensionierten Bank-Angestellten zu denken: „Auch die alteingesessenen Hilfsorganisationen bieten keine 24-Stunden-Betreuung an.“ Jaindl erkannte eine klassische Marktlücke, fackelte nicht lange und gründete den besagten Verein, der nicht gewinnorientiert ist: „Und nachdem wir ein kleiner Verein sind, der keinen großen Verwaltungsapparat hat, halten sich die Kosten für unsere Klienten in Grenzen.“

50 Euro am Tag kostet die 24-Stunden-Betreuung und 65 Euro, wenn die Betreuerin eine medizinische Ausbildung benötigt: „Zum Beispiel, wenn der Klient Diabetiker ist und man ihm Insulin-Spritzen verabreichen muss.“ Dazu kommen noch 100 Euro im Monat Mitgliedsbeitrag. Mit diesem Geld werden Einkaufs- und Apothekenfahrten abgegolten.

Urlaubsbegleitung im In- und Ausland

Neben der 24-Stunden-Betreuung, in diesem Fall lebt die Betreuerin in der Wohnung ihres Schützlings und führt den gesamten Haushalt, bietet der neue Verein auch eine Kurzzeit-Betreuung: „Hier bleibt die Betreuerin auch 24 Stunden am Tag in der Wohnung des Klienten, aber nur für ein bis drei Wochen – zum Beispiel, wenn die pflegenden Angehörigen auf Urlaub fahren.“

Apropos Urlaub: Die „Betreute Lebenshilfe“ bietet auch Urlaubsbegleitung im In- und Ausland an – und das ist einzigartig. Jaindl: „Wenn der Pflegebedürftige, der zum Beispiel im Rollstuhl sitzt, irgendwohin reisen will, dann organisieren wir alles – natürlich auch die 24-Stunden-Betreuung.“