Erstellt am 24. Dezember 2015, 05:03

von Robert Knotz

Fahrplan ohne Plan?. Die neuen Abfahrtszeiten und das Wagenmaterial der ÖBB ist Kritikpunkt vieler Fahrgäste. ÖBB-Sprecher Chrstopher Seif bezieht zu den Vorwürfen Stellung.

Der neue Fahrplan ist vielen Pendlern ein Dorn im Auge.  |  NOEN, Symbol, Archiv

Kaum ist der neue ÖBB-Fahrplan in Kraft, gibt es schon erste Kritik.Kamya Bahner-Stidl aus Strasshof spricht von einer massiven Verschlechterung für mehr als hundert Pendler. Der einzige durchgehende Regionalzug, der morgens nach Wien-Mitte fährt, hält nicht mehr in Strasshof – dafür aber in Deutsch-Wagram. Die einzige Ausweichmöglichkeit für die Pendler ist, in Floridsdorf in bereits überfüllte Schnellbahnen umzusteigen.

Die Abfahrtszeiten sind auch dem Strasshofer Peter Sonnberger ein Dorn im Auge: Sie wurden über die Jahre so oft nach hinten verschoben, dass ein Zurechtkommen in Büros und Schulen in Wien unmöglich sei. „Mit der Schnellbahn um 7.01 Uhr ist es ausgeschlossen, rechtzeitig zum Arbeitsplatz oder in die Schule zu kommen. Die einzige Möglichkeit sei, den Zug um 6.31 Uhr zu nehmen. Allerdings dehnt sich dann die Fahrzeit auf 90 Minuten für rund 25 Kilometer“, so der Pendler.

In Deutsch-Wagram 500 Fahrgäste mehr

ÖBB-Sprecher Christopher Seif hält dagegen, dass die Möglichkeit bestehe, die Verstärkerzüge ab Strasshof um 7.13 Uhr und 7.43 Uhr zu nutzen und in Deutsch-Wagram, Leopoldau oder Siemensstraße bahnsteiggleich in den nachfolgenden Regionalzug 2317 umzusteigen. „Die Anzahl der Reisenden ab Strasshof beträgt 1.301 Personen pro Tag, während in Deutsch-Wagram 1.855 Personen zusteigen“ so Seif und weiter:

„Die Abfahrtszeiten auf der Nordbahn sind maximal fünf Minuten später als im alten Fahrplan. Von Strasshof nach Wien-Meidling dauerte im Fahrplan 2015 mit der S-Bahn ca. 47 bis 50 Minuten. Im Fahrplan 2016 etwa 48 bis 51 Minuten.“ Schließlich übt Sonnberger noch Kritik am eingesetzten Wagenmaterial:

„Öfter müssen Garnituren in Floridsdorf aus dem Verkehr gezogen werden, weil technische Mängel auftreten.“ Seif dazu: „Das Wagenmaterial ist auf allen Strecken gleich. Durch die zum Teil über mehrere Tage gehenden Garniturumläufe wird auf keiner Strecke spezielles Wagenmaterial eingesetzt.“