Erstellt am 11. Mai 2016, 04:54

von Thomas Schindler

Faymann-Rücktritt: "Das kam überraschend". Auch in der Bezirks-SPÖ zeigte man sich verblüfft. Jetzt hoffen die Genossen auf einen erfolgreichen Neustart.

SP-Bezirksgeschäftsführer Willi Binder: »Mit dieser Entwicklung habe ich wirklich nicht gerechnet.«  |  NOEN, Schindler

Die Nachricht am Montag schlug wie eine Bombe ein: Bundeskanzler und SPÖ-Bundesparteichef Werner Faymann legte, für viele überraschend, alle seine Funktionen zurück.

Dem Rücktritt gingen parteiinterne Differenzen – unter anderem wegen der Haltung des Kanzlers in der Flüchtlingsfrage und dem schlechten Abschneiden der SPÖ bei der Bundespräsidentenwahl – voraus. Weil er eigenen Aussagen nach nicht mehr den notwendigen Rückhalt in der Partei hatte, zog der SP-Chef einen Schlussstrich.

„Auch für mich kam der Rücktritt völlig überraschend“, betonte Gänserndorfs SP-Bezirksgeschäftsführer Willi Binder gegenüber der NÖN. „Mit dieser Entwicklung habe ich wirklich nicht gerechnet.“ Weniger verblüfft zeigte sich SP-Nationalrat Rudi Plessl aus Untersiebenbrunn.

Zählte er gar zu Faymanns Kritikern? „So würde ich das nicht sagen. Womit ich mich aber nie anfreunden konnte, war die strikte Ablehnung einer rot-blauen Koalition. In einer Demokratie sollte man mit allen Parteien Gespräche führen.“