Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:57

von Thomas Schindler

FF-Bezirkschef warnt vor Sterben der Wehren. Klare Worte von FF-Bezirkschef Schicker über Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren: „Wir müssen unbedingt jetzt reagieren.“

Georg Schicker, Kommandant der Gänserndorfer Bezirksfeuerwehr: »Es nutzt die beste Ausrüstung nichts, wenn niemand da ist, der sie auch bedient.« Foto: Schindler  |  NOEN, Thomas Schindler

Im Bezirk Tulln und im Waldviertel haben wegen Personalmangels bereits die ersten Freiwilligen Feuerwehren für immer ihre Tore geschlossen. Damit dies nicht auch im Bezirk Gänserndorf passiert, müsse man jetzt handeln, betont Georg Schicker, der seit 2006 als FF-Bezirkschef und seit März dieses Jahres auch als Marchegger FF-Chef fungiert.

NÖN: Wo genau sehen Sie die Schwierigkeiten?
Schicker: Das Problem ist wie in vielen anderen Bereichen der fehlende Nachwuchs. Noch haben wir im Bezirk junge, engagierte Kameraden. Damit dies aber so bleibt, müssen wir jetzt reagieren und nicht erst dann nachdenken, wenn es schon zu spät ist. Man kann sich gegen alles versichern, aber es gibt keine Versicherung, die einen aus dem Unfallwrack schneidet oder aus einem brennenden Haus befreit. Das können nur wir selbst tun – mit genügend ehrenamtlichen Feuerwehrleuten. Es nutzt nämlich die beste Ausrüstung nichts, wenn niemand da ist, der sie auch bedient.

Wie kann man das drohende Schreckensszenario abwenden?
Das Wichtigste ist, in der Bevölkerung ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen. Sich nur zurückzulehnen und zu warten, bis die anderen die Feuerwehr-Uniform anziehen, ist heutzutage zu wenig. Jeder kann und soll sich bei der Freiwilligen Feuerwehr einbringen. Die beste FF-Mannschaft ist jene, die aus Mitgliedern besteht, die die unterschiedlichsten Berufe und Interessen haben.

Gab es auch schon Wehren im Bezirk, die vor der Auflösung standen?
Ja, leider. Das konnten wir zum Glück noch im letzten Moment abwenden. Dort hatte sich niemand gefunden, der die Funktionen des Kommandanten und des Stellvertreters übernehmen wollte. Dann ist der Bürgermeister beigetreten und hat somit ein Signal gesetzt, dass alle gefordert sind. Jetzt läuft es dort wieder super. Wir können eben nur gemeinsam die Zukunft der FF sichern.