Erstellt am 11. Mai 2016, 04:04

von Thomas Schindler

"Fideler" Streit vor Gericht. Das Gänserndorfer "Fidelio" ist Geschichte, weil sich Mieter und Vermieter nicht einigen konnten. Kommt vielleicht bald ein neuer Gastronomie-Betrieb?

Das Café »Fidelio« am Gänserndorfer Rathausplatz hat kürzlich für immer seine Pforten geschlossen.  |  NOEN, Mattes

Das traditionelle Café "Fidelio" am Gänserndorfer Rathausplatz hat seine Pforten geschlossen. Grund ist ein Rechtsstreit zwischen Mieter Gerhard Fürhacker und den Hausbesitzern, die namentlich nicht genannt werden wollen.

Gastwirt und Vermieter geben sich im NÖN-Interview gegenseitig die Schuld am Zerwürfnis. VP-Bürgermeister René Lobner wollte noch zwischen den Streithähnen vermitteln – ohne Erfolg. „Der Karren war bereits zu sehr verfahren“, so der Stadtchef.

Für die Vermieter ist die Sachlage klar: „Der Mieter hatte diverse bauliche Veränderungen vorgenommen, ohne uns und die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Behörde zu informieren.“

Die Rede ist von mehreren Bauten im Gartenbereich. „Die wurden behördlich nicht abgenommen. Wir als Hausbesitzer haften aber dafür. Das Gericht gab uns auch recht.“

"Die Lage ist super"

Jetzt soll alles juristisch in Ordnung gebracht und das Objekt neu vermietet werden. Es gebe bereits Interessenten, unter ihnen auch Gastronomen. „Die Lage zwischen Rathaus, Bezirkshauptmannschaft und Finanzamt ist ja super“, wissen die Vermieter.

Naturgemäß anders sieht der geschasste Mieter die Lage. Fürhacker: „Der Rechtsstreit dauerte 2,5 Jahre. Ursprünglich hatten die Hausbesitzer die Einreichpläne für die Umbauten im Hof unterschrieben, später zogen sie dann die Unterschrift zurück.“ Die Pläne haben Fürhacker eigenen Aussagen nach zwischen 2.500 und 3.000 Euro gekostet.

Im Übrigen, so der Gastwirt, wurden die Bauten im Gartenbereich 15 Jahre lang akzeptiert: „Erst zum Schluss waren diese plötzlich ein Problem.“ Er, Fürhacker, sei sich auf jeden Fall keiner Schuld bewusst: „Ich habe in den letzten 15 Jahren etwa 280.000 Euro Miete bezahlt und blieb den Hausbesitzern nie einen Cent schuldig. Außerdem habe ich das Objekt auf meine Kosten komplett saniert.“

Der Gastronom will sich jetzt verstärkt auf sein zweites Lokal, das Restaurant „U-Boot“ im Gänserndorfer Hallenbad, konzentrieren: „Vielleicht kaufe ich mir auch irgendwann ein eigenes Haus für einen neuen Gastronomie-Betrieb.“

Kommentar von Thomas Schindler: