Erstellt am 09. September 2015, 17:37

von Manuel Mattes

Fix: Volk nun am Wort. Zur Hauptplatz-Umgestaltung findet am 18. Oktober eine Volksbefragung im Ort statt. Auch der Standort des geplanten Kindergartens scheint noch nicht in Stein gemeißelt.

 |  NOEN

Spannende Neuigkeiten brachte die jüngste Gemeinderatssitzung in Prottes zutage. Besonders im Mittelpunkt standen dabei die Themen Kindergarten-Neubau und die geplante Umgestaltung des Hauptplatzes. Fix ist nun: Am 18. Oktober wird dazu eine Volksbefragung im Ort stattfinden. Konkret sollen die Bürger darüber abstimmen, ob der begonnene Umbau des Hauptplatzes fertiggestellt werden soll.

Von Projekt restlos überzeugt

VP-Bürgermeisterin Christa Eichinger zeigt sich von dem Projekt nach wie vor restlos überzeugt: „Der neue Hauptplatz wird sicherer für alle Verkehrsteilnehmer und soll zum Wohnzimmer unserer Gemeinde werden.“ Die Bürgerliste, die das Vorhaben der VP seit jeher vehement bekämpft, zeigt sich zwar erfreut darüber, dass eine Volksbefragung stattfindet, übt aber zugleich harsche Kritik an der Formulierung der Frage: „Der Text entspricht nicht dem, den wir bei der Unterschriften-Sammlung vorgelegt haben. Er wurde von der VP abgeändert, damit wird das Abstimmungsergebnis beeinflusst“, ist sich „Pro Prottes“-Mandatarin Sylvia Grünberger sicher. VP-Vize Karl Demmer hält diese Vorwürfe für völlig aus der Luft gegriffen: „Die Formulierung der Fragestellung wurde von Experten geprüft und als rechtlich absolut einwandfrei eingestuft.“

Doch auch der geplante Neubau des Kindergartens war zentrales Thema bei der Sitzung im Ortsparlament. Neben dem bis dato avisierten Standort für eine neue Betreuungseinrichtung beim Gemeindeamt ist jetzt auch ein zweiter beim Dorfzentrum im Gespräch.

Von wem stammt die Idee für einen alternativen Standort? Grünberger hat daran nicht den geringsten Zweifel: „Die Bürgerliste hat im Ort einige Möglichkeiten geprüft, weil wir dem geplanten Standort neben dem Gemeindeamt nicht zustimmen. Wir haben folglich Kontakt zu den Besitzern eines Grundstückes in der Matzner Straße hergestellt.“ Und weiter: „Die Besitzer sind bereit, das Grundstück an die Gemeinde zu verkaufen, allerdings nur dann, wenn dort auch tatsächlich ein Kindergarten gebaut wird.“

„Standort perfekt für Kindergarten geeignet“

Dieses Areal erfülle – so Grünberger weiter – alle Voraussetzungen, die ein moderner Kindergarten brauche: „Der Standort ist gut erreichbar, ruhig und es besteht die Möglichkeit zu einer Erweiterung auf eine vierte Gruppe. Das Grundstück ist rund 2.300 m groß.“ Auch Demmer nimmt zu der Standort-Alternative Stellung: „Dieser Bereich wurde bereits einmal für den Neubau eines Kindergartens in Erwägung gezogen, der Besitzer des betreffenden Grundstücks wollte damals aber noch nicht verkaufen. Momentan wird geprüft, ob der Standort für einen Kindergarten infrage kommt.“

Inmitten der 900-Jahr-Feierlichkeiten kommt zudem noch weitere Kritik von der Bürgerliste: „Konservativ geschätzt liegen die Kosten für all die Veranstaltungen im September bei 100.000 Euro, in Gänserndorf bei gerade einmal 35.000 Euro. Und das für eine Bierzelt-Atmosphäre mit bescheidenem Qualitätsanspruch.“

Über Vorwürfe empört

Die Ortschefin reagiert auf die Vorwürfe empört: „Die von ,Pro Prottes‘ genannte Summe ist schlicht unwahr, die Feierlichkeiten werden mit deutlich geringerem Aufwand durchgeführt.“ Und weiter: „Es ist sicher nicht mein Zugang, die Gemeinde in ein antiquiertes oder verstaubtes Eck zu stellen. Viel mehr geht es mir darum, sich selbstbewusst im Hier und Heute, freilich stets unter Bezugnahme auf die eigenen Wurzeln, zu präsentieren.“