Erstellt am 11. Mai 2016, 07:04

von Stefan Havranek

FP-Werbung regt auf. Weil Orther Blaue am Schmankerl-Markt Geschenke verteilten, wurden sie von SP-Mandataren zurechtgewiesen und protestieren jetzt.

Die marktverantwortliche SP-Gemeinderätin Brigitte Humer will keine Politik am Markt. FP-Gemeinderat Markus Ripfl wirft der SP vor, den Markt als Wahlveranstaltung zu missbrauchen.  |  NOEN, Archiv

Einen Eklat am Orther Schmankerlmarkt wittern die örtlichen Freiheitlichen. Stein des Anstoßes war die Verteilung von blauer Wahlwerbung und die Zurechtweisung der Verteiler durch SP-Politiker. FP-Gemeinderat Markus Ripfl berichtet: „Als kleines Präsent für alle Mütter verteilten wir am Samstag vor Muttertag Schokotaler mit FPÖ-Aufkleber.“

Dabei wurde auch der Schmankerl-Markt besucht. Doch SP-Gemeinderäte und Funktionäre wollten sich diese „Unverschämtheit“ nicht gefallen lassen, wie Ripfl ausführt: „SP-Gemeindevorstand Franz Krammer sagte gegenüber seinem FP-Gemeindevorstandskollegen Markus Bauer ,Das ist unser Markt. Das ist unfair, was ihr macht.‘

Auch SPÖ-Obfrau Brigitte Humer konnte sich den Sager ,versuchte Parteiveranstaltung‘ nicht verkneifen. Der Schmankerl-Markt sei jedoch ein überparteilicher, von der Gemeinde veranstalteter Markt.

Brigitte Humers Sicht der Dinge: „Krammer hat das nicht gesagt, ich stand daneben, als er die Freiheitlichen darauf hinwies, dass sie, um etwas zu verkaufen oder zu verschenken, eine Genehmigung brauchen. Wörtlich sagte er ,Das ist der Markt der Marktgemeinde.‘ Wir wollen keine Polit-Veranstaltung daraus machen.“

Van-der-Bellen-Plakat wurde zuvor entfernt

Sie habe – auch auf Drängen der FP hin – veranlasst, dass ein Plakat für Alexander Van der Bellen, Konkurrent des blauen Präsidentschaftswerbers Norbert Hofer, entfernt wurde. Dieses stand einige Tage vor der Marktveranstaltung bei der Mariensäule, wo der Markt stattfindet.

„Marktstandler bezahlen für ihren Platz und müssen sich für alle Tätigkeiten im Rahmen der Veranstaltung – sei es Verkaufen, Verschenken oder was auch immer – eine Anmeldung und Genehmigung des Marktvorstands holen“, so Humer. Die FP habe einfach die von den Markt-Beteiligten erarbeitete gute Stimmung für Wahlzwecke missbrauchen wollen.

Mit gratis Grillhendln von „Chicken-Poldi“ Leopold Geringer, Freibier von der Raika und dem Engagement der Standler sei es gelungen, dass die Stimmung zu der Zeit, als die Blauen kamen, am Höhepunkt war: „Und sie wollten das dann ausnützen, es war sicher nicht im Sinne der Raika oder von Geringer, dass sie eine Wahlveranstaltung der FPÖ sponsern. Und auch die vielen Marktbesucher aus fern und nah hatten sicher kein Interesse an dieser Zwangsbeglückung.“