Erstellt am 02. März 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Frau war kollabiert: Ärztin kam nicht. 69-Jährige alarmierte nach Zusammenbruch NÖ Ärztedienst. Medizinerin soll Visite abgelehnt haben. „Stimmt nicht“, so die Ärztin.

"Offenbar ein Missverständnis"  |  NOEN, Werner Jaeger

Markus Koukal ist mehr als verärgert. Grund: Seine 69-jährige Mutter Christine hatte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der Vorwoche medizinische Hilfe benötigt. Bekommen habe sie diese aber nicht. Markus Koukal erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen den unter der Telefonnummer 141 erreichbaren „NÖ Ärztedienst“.

Was genau war passiert? Die 69-Jährige hatte kurz vor 2 Uhr den Notruf gewählt, weil sie nach einem starken Schweißausbruch kollabiert und von der Toilette gefallen war. Davor hatte sie den ganzen Tag über Magenschmerzen geklagt und konnte weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nehmen. Sie wurde zunehmend müder und schwächer.

Nachdem die Frau ihren Ehemann, der selbst schwer krank und pflegebedürftig ist, nicht allein lassen wollte, alarmierte sie nicht die Rettung, die sie vermutlich ins Krankenhaus gebracht hätte, sondern den NÖ Ärztedienst. „Dort wurde meiner Mutter gesagt, dass die diensthabende Ärztin verständigt und diese sich melden werde, was auch geschah.“ Die Medizinerin habe dann der Patientin geraten, Schmerzmittel zu nehmen. Einen Hausbesuch soll die Ärztin angeblich abgelehnt haben.

"Offenbar ein Missverständnis"

„Am nächsten Morgen hielt meine Schwester Nachschau bei der Mutter und alarmierte sofort die Rettung.“ Die 69-Jährige wurde mit sehr hohen Blutzuckerwerten, stark dehydriert und geschwächt ins Spital eingeliefert.

Was sagt nun der NÖ Ärztedienst zu den Anschuldigungen? Sprecher Stefan Spielbichler erklärt gegenüber der NÖN: „Da dürfte es offenbar ein Missverständnis gegeben haben. Wir hatten die Visitenanforderung an die diensthabende Ärztin weitergegeben. Die Patientin wollte aber weder ins Krankenhaus gebracht werden, noch wollte sie, dass die Ärztin zu ihr kommt.“

Die betroffene Medizinerin bot den Angehörigen von Christine Koukal nun ein klärendes Gespräch an. Spielbichler: „Um das Missverständnis aus der Welt zu schaffen.“