Erstellt am 29. September 2015, 08:41

von Thomas Schindler

Ärger über Müll vor Lokal. Betroffene Unternehmer fordern mehr Polizeipräsenz. Die Exekutive kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Wir kontrollieren dort regelmäßig.“

Manfred und Christine Nedbal vor ihrem Geschäftslokal in der Gänserndorfer Haidlisse.  |  NOEN, Schindler

Manfred und Christine Nedbal, Betreiber des Sonnenstudios „Sun Company“ in der Haidlisse, sind mehr als sauer. Regelmäßig müssen sie jenen Müll wegräumen, den Jugendliche auf dem Parkplatz und den Grünstreifen rund um das Geschäftslokal der Nedbals hinterlassen.
Zur Erklärung: Der Parkplatz gegenüber der Jet-Tankstelle – also im Bereich der Selbstbedienungs-Waschanlage sowie der beiden Firmen „Sun Company“ und „Juice Keeper“ – ist ein beliebter Treffpunkt von jungen, motorisierten Mitbürgern, die hier gerne Partys feiern.

Sehr zum Ärger der Nedbals: „Wir hätten grundsätzlich nichts dagegen – wenn sich die Jugendlichen benehmen würden. Hier finden aber Saufgelage, Autorennen und Schlägereien statt, dass einem Angst und Bang wird.“ Eine Kundin habe sich kürzlich nicht einmal getraut, das Sonnenstudio durch die Vordertür zu betreten, sie nahm die Hintertür.

Dazu kommen dann noch die Berge von Müll, die die Jugendlichen hinterlassen. Besonders nervend seien diese auf den Grünstreifen. Manfred Nedbal: „Den mähe ich regelmäßig. Vorher muss ich aber den ganzen Mist rausholen, sonst würde ich mir meinen Rasenmäher ruinieren.“

„Die Polizei hilft uns nicht“

Auf den Grünstreifen bzw. auf dem Asphalt findet der Unternehmer leere Bierdosen, Getränkeflaschen, Zigarettenschachteln und sogar gebrauchte Kondome. Er sieht nicht ein, dass er den Abfall entfernen muss: „Leider bleibt mir aber nichts anderes übrig, weil es sich um einen Privatparkplatz handelt, den ich gemeinsam mit dem Geschäftslokal gemietet habe.“

Seit zehn Jahren betreiben die Nedbals das Sonnenstudio und seit zehn Jahren räumen sie ständig den Mist weg: „Man kann es nicht anders sagen – die jugendlichen Eskapaden sind für uns einfach geschäftsschädigend. Und die Polizei hilft uns nicht.“

Eine Streife, so das Unternehmer-Ehepaar, würde gegen 15 Uhr ihre Runde drehen: „Zu dieser Zeit bringt das gar nichts. Die müsste einmal um 19 Uhr vorbeifahren. Würde sie da regelmäßig Präsenz zeigen und kontrollieren, würden sich die Jugendlichen einen anderen Treffpunkt suchen.“

Chefinspektor Gerald Reichl vom Bezirkspolizeikommando weist den Vorwurf entschieden zurück: „Wir kontrollieren dort sehr wohl auch am Abend. Die Jugendlichen sind harmlos und tun niemandem etwas. Irgendwo brauchen sie halt einen öffentlichen Platz, auf dem sie einander treffen können.“ Reichl will sich die Situation trotzdem noch einmal vor Ort ansehen.