Gänserndorf

Erstellt am 23. Februar 2017, 05:04

von Thomas Schindler

Baufirma im Clinch mit Stadt. Immobilien-Unternehmen wollte eine Wohnhausanlage aus dem Boden stampfen. Angeblich war man sich mit dem Bauamt einig. Jetzt darf Gebäude nicht errichtet werden.

Im Frühjahr wollte die Baufirma ihre Bagger anrollen lassen. Jetzt ist für sie das Projekt gestorben.  |  Shutterstock/ittipon

Christopher Metz, Geschäftsführer der Wiener Firma „MCD Immobilien Verwertungs-GmbH“, ist mehr als sauer. Das Unternehmen wollte an der Hochwaldstraße neben der Öko-Siedlung in Gänserndorf-Süd eine Wohnhausanlage aus dem Boden stampfen. Obwohl Metz eigenen Aussagen nach während der Planerstellung eng mit dem Gänserndorfer Bauamt zusammengearbeitet hatte, hieß es zum Schluss, dass er auf besagtem Grundstück nicht bauen dürfe.

Metz: „Uns wurde von der Gemeinde mitgeteilt, dass der Bau eines Wohnhauses nicht erwünscht sei. Dieser werde zwar bewilligt, die Behörde werde aber sofort nach Erteilung der Baugenehmigung einen Baustopp verhängen.“ Monatelang habe die Wiener Firma mit dem Bauamt Gespräche über das Projekt geführt und Änderungswünsche des Amtes umgesetzt: „Nie hat irgendjemand gesagt, dass die betroffene Liegenschaft nicht bebaut werden darf.“

Mehr als 20.000 Euro habe die Immobilienfirma bereits in das Vorhaben investiert: „Das Bauamt hat uns in dieser Sache in die Irre geführt. Das ist ein Skandal, den wir uns nicht gefallen lassen. Wir sind doch nicht irgendwelche Lausbuben, wir werden deshalb nun unseren Rechtsbeistand einschalten.“ Metz informierte auch die NÖ Landesregierung: „Es ist eine Schande, wie hier mit uns Unternehmern umgesprungen wird. Wir haben bereits Konsequenzen aus dieser Sache gezogen und werden in Gänserndorf nach 22 Häusern kein weiteres Gebäude mehr errichten.“

Wohnbau wurde eingedämmt

VP-Bürgermeister René Lobner lassen die Drohungen kalt: „Die Firma musste wissen, dass wir per Gemeinderatsbeschluss festgelegt hatten, dass in Gänserndorf und Gänserndorf-Süd der großvolumige Wohnbau eingedämmt wurde. Diese Maßnahme soll abgestimmt auf sämtliche Bauvorhaben angewandt werden, um eine zielgerichtete Entwicklung unserer Gemeinde zu ermöglichen.“

Lobner weiter: „Wir haben uns auch mit dem Besitzer der betroffenen Liegenschaft auf eine diesem Ziel angepasste Parzellierung des Grundstücks verständigt. Hier handelt es sich um notwendige städteplanerische Überlegungen.“