Gänserndorf

Erstellt am 09. November 2016, 02:39

von Thomas Schindler

Gemeinderatssitzung: Bad-Schließung besiegelt. Kurios: Rote Opposition stimmte überall mit, grüne Regierungspartei nicht. Diskutiert wurde über Umfahrung Süd, Hallenbad, Alarmanlagen und Spielplatz-Zaun.

Der Plan ist nicht neu: Das in die Jahre gekommene Gänserndorfer Hallenbad abreißen und ein moderneres aus dem Boden stampfen  |  Schindler

Erstmals in der Geschichte der Stadt ging eine Sitzung des Gemeinderats in Gänserndorf-Süd über die Bühne, genauer im Mehrzwecksaal des Kindergartens „Wolkenschiff“. Die 27 Tagesordnungspunkte im öffentlichen Sitzungsteil waren in nur 50 Minuten abgearbeitet. Immerhin: Bei vier Anträgen kam es zu interessanten Diskussionen.

Grünen-Kainz: „Wir brauchen keine Alarmanlagen, sondern Maßnahmen gegen die Fahrraddiebstähle.“  |  NOEN

So meldeten sich die Grünen beim Thema „Geplante Umfahrung Gänserndorf-Süd“ zu Wort. Konkret ging es dabei um ein Übereinkommen mit dem Land NÖ, das die Gemeinde rund 286.000 Euro kosten wird. Fraktionschefin Gemeinderätin Beate Kainz: „Ursprünglich hieß es, dass der Lärmschutzdamm vier Meter hoch wird, jetzt ist nur noch von drei Metern die Rede. Dafür sind die Kosten von 50.000 Euro auf über 120.000 Euro gestiegen.“

Darauf VP-Bürgermeister René Lobner: „Dort, wo das Land den Wall unter drei Meter hoch bauen würde, zahlen wir den Aufpreis auf drei Meter. Das habe ich schon der grünen Vizebürgermeisterin Margot Linke gesagt. Ich weiß nicht, ob ihr miteinander kommuniziert ...“

FPÖ-Elendner: „Ich bezweifle, dass das Geld für die Erhöhung des Dammes reichen wird.“  |  NOEN

VP-Verkehrsstadtrat Manfred Trost klärte auf: „Ein Computerprogramm berechnet die Lärmbelastung auch im Hinblick auf die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8. Da kommt dann raus, dass der Damm an manchen Stellen vier Meter, drei Meter oder auch nur zwei Meter hoch sein muss.“ Und das Land bezahle eben nur die vom Computer ermittelte Höhe. Trost: „Zum Schutz der Bevölkerung wollen wir aber einen mindestens drei Meter hohen Wall.“

FPÖ-Stadtrat Rainer Elendner bezweifelte, dass die 120.000 Euro für die Erhöhung des Damms ausreichen. Lobner: „Wenn nötig, werden wir noch mehr Geldmittel einbringen.“ Kainz winkte ab: „Die Umfahrung brauchen wir erst, wenn die S8 kommt. Wir können dem Antrag nicht zustimmen.“ Dieser wurde schließlich mit den Stimmen der anderen Fraktionen beschlossen.

Schließung des Bades einstimmig beschlossen

ÖVP-Lobner: „Die Schließung des Bades kostet nichts, der Abbruch hingegen schon.“  |  NOEN, NÖN

Beim Thema Hallenbad – dieses wird ja bekanntlich am 13. Februar 2017 für immer geschlossen – begann SP-Gemeinderat Siegfried Junger die Debatte: „Behandeln wir nun die Schließung oder auch den Abbruch des Bades? Letzteren wollen wir auf keinen Fall nachträglich beschließen.“ Lobner: „Jetzt geht es nur um die Schließung, die kostet uns nämlich nichts, der Abbruch hingegen schon. Und für diesen brauchen wir zuerst ein Budget.“

VP-Gemeinderat Gerhard Schönner gab zu bedenken: „Es darf nur nicht in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, dass wir das Bad abreißen und kein neues bauen.“ Lobner: „Abbruch heißt Neubau. Wir haben auch schon eine kostengünstige Variante im Auge.“ Die Schließung des Hallen- und Freibades am 13. Februar wurde einstimmig beschlossen.

SPÖ-Junger: „Den Abbruch des Hallenbades wollen wir auf keinen Fall im Nachhinein beschließen.“  |  NOEN

Der Antrag von Elendner, dass private Alarmanlagen von der Gemeinde gefördert werden, wurde gegen die Stimmen der Grünen angenommen. Kainz: „Laut Polizei gibt es bei uns nur ganz wenige Einbrüche. Das viel größere Problem ist, dass ständig Fahrräder gestohlen werden. In diesem Bereich brauchen wir Sicherheitsmaßnahmen.“

Einstimmig beschlossen wurde wiederum die Einzäunung des Spielplatzes in der Rosengasse, weil dieser immer wieder von vermutlich jugendlichen Vandalen beschädigt wird. Linke: „Ich gebe zu bedenken, dass dies nur eine kurzfristige Lösung sein wird. Das Problem wird sich bestimmt auf einen anderen Ort verlagern.“