Erstellt am 13. Juli 2016, 05:00

von Thomas Schindler

Taxi statt Rettung: Pensionistin verärgert über Spital. Schwer kranker Ehemann wurde von Klinik ungewaschen und wundgescheuert mit Taxi nach Hause geschickt.

Der 73-jährige schwer demente und inkontinente Gänserndorfer wurde nicht mit dem Rettungswagen nach Hause gebracht. Auch seine Windel soll im Spital nicht gewechselt worden sein. (Symbolbild)  |  Shutterstock/9nong (Symbol)

Silvia U. (Name der Redaktion bekannt) erhebt schwere Vorwürfe gegen das Landeskrankenhaus Mistelbach.

Was war passiert? Hans U. (73), der Ehemann von Silvia U., litt plötzlich unter starken Bauchschmerzen. Seine Frau alarmierte in der Folge die Rettung. Das Rotkreuz-Team brachte Hans U. sofort ins Mistelbacher Krankenhaus.

Gattin Silvia blieb zu Hause, da sie sich selbst wegen ihrer Krebserkrankung nicht wohlfühlte. Sie gab den Sanitätern aber einen Brief für die Spitalsärzte mit, in dem genau aufgelistet war, an welchen Krankheiten ihr Ehemann leidet: Darunter starke Demenz sowie Harn- und Stuhlinkontinenz.

Warum diese Liste? „Mein Mann kann sich aufgrund seines Demenzleidens nur schwer artikulieren.“ Einige Stunden nach seiner Aufnahme im Landesklinikum Mistelbach wurde Silvia U. von einer Ärztin angerufen: „Hans werde mit dem nächsten freien Rettungswagen nach Hause gebracht.“

Eineinhalb Stunden später läutete es an der Tür der Gänserndorferin: „Ein Taxilenker stützte meinen Mann, der völlig mit Kot und Urin verschmutzt war und bereits wunde Stellen auf der Haut hatte, und verlangte 72 Euro für die Fahrt.“ Die Pensionistin bezahlte keinen Cent.

 „Mein Mann ist so dement, dass er nicht einmal weiß, dass es Taxis gibt.“

Silvia U., Ehefrau des betroffenen Patienten 

Die Gänserndorferin rief auch im Mistelbacher Spital an, um zu erfahren, wer denn das Taxi bestellt hatte: „Dort sagte man mir, dass mein Mann vermutlich selbst mit dem Taxi nach Hause fahren wollte, was völlig unrealistisch ist. Hans ist so dement, dass er nicht einmal weiß, dass es Taxis gibt.“

Was sagt die Klinik zu den Vorwürfen? „Der Patient wollte auf Nachfrage der Pflegeperson mit dem Taxi nach Hause gebracht werden. Er hatte in Gesprächen mit Ärzten und Pflegern auch situationsgerecht und orientiert geantwortet.“

Hier im Landeklinikum Mistelbach wurde der Patient zwar medizinisch behandelt, aber auf die Hygiene bzw. einen angemessenen Rücktransport wurde offenbar vergessen.  |  Schindler

Auch bezüglich der nicht gewechselten Windel ist sich das Krankenhaus keiner Schuld bewusst: „Während des Aufenthalts des Patienten auf der Station wurde kein Stuhlabgang festgestellt.“ Es könne natürlich sein, dass der Patient nach Verlassen der Klinik Stuhlgang hatte …

Den kompletten Bericht lesen Sie in der aktuellen Printausgabe der Gänserndorfer NÖN.