Gänserndorf

Erstellt am 28. Dezember 2017, 05:31

von Thomas Schindler

Neue Haltestelle in der Kudlich-Gasse regt auf. Firma in der Kudlich-Gasse schlägt Alarm: Autobus soll Lieferwägen behindern und wartende Kinder gefährden. VP-Bürgermeister Lobner sieht Lage nicht so dramatisch.

Die neue Haltestelle im Einfahrtsbereich zur Firma Lahofer stößt dem Traditionsbetrieb sauer auf: „Wenn Autos hier falsch parken, hält der Bus direkt vor unserer Einfahrt. Dann können Lieferwägen nicht mehr in unseren Hof einfahren.“  |  NOEN, Schindler

Während sich manche Eltern über die aufgelassene Bus-Station beim Kulturhaus ärgern, kocht die Baufirma Lahofer wegen einer neuen Haltestelle in der Kudlich-Gasse: „Der Bus behindert unsere Lieferwägen. Außerdem wird es für wartende Kinder gefährlich, wenn ein Lkw rückwärts auf unseren Hof einfährt. Irgendwann passiert hier ein Unglück.“

Gefahr für Schulkinder?

Das Problem im Detail: Wenn die neue Haltestelle in der Kudlich-Gasse rechtswidrig zugeparkt ist, bleibt dem Autobus-Chauffeur nichts anderes übrig, als sein schweres Gefährt vor der Lahofer-Einfahrt anzuhalten. Kommt in diesem Moment ein Lieferwagen für die Firma Lahofer oder die angrenzende Billa-Filiale, ist das Verkehrschaos perfekt.

„Das zweite Problem ist, dass manche Kinder direkt im Einfahrtsbereich auf den Bus warten. Fährt ein Lastwagen rückwärts in den Hof ein und einer der Schüler bückt sich gerade, kann es leicht passieren, dass das Kind vom Lkw-Lenker übersehen wird.“ Das wiederum könnte tragisch enden, befürchten die Lahofers.

Kein Verkehrschaos für Gemeinde

Was sagt die Gemeinde zur Kritik der Firma? VP-Bürgermeister René Lobner erklärt: „Bis dato hat sich gezeigt, dass der Verkehr im Bereich der Bahnstraße und Kudlich-Gasse wie erhofft nun flüssiger läuft. Insofern greifen die Maßnahmen.“ Und weiter: „In der Vergangenheit war das Verkehrschaos am Ende der Kudlich-Gasse leider Alltag. Bei der Einfahrt zur Firma Lahofer würde ich nicht von einem Chaos sprechen.“

Sollte es vorkommen, dass ein Bus vor der Lahofer-Einfahrt steht, muss der Lkw eben einen Moment warten: „Beim Kulturhaus auf der Bahnstraße hatten wir mehrmals täglich die Situation, dass die Autobusse die Fahrbahn blockierten. Das war chaotisch.“ Lobner betont, dass er ohnehin zu einem runden Tisch mit den Busbetreibern und dem VOR geladen hat, um den Fahrplan zu optimieren.

„Wir versuchen bestmögliche Kompromisse zu erzielen"

Bezüglich der gefährdeten Kinder meint der Bürgermeister: „Lassen wir die Kirche im Dorf.“ Da es sich bei der Lahofer-Einfahrt um einen Gehsteig handelt, wäre auch jeder x-beliebige Passant in Gefahr, sollte sich dieser gerade bücken. Lobner abschließend: „Wir versuchen, bestmögliche Kompromisse zu erzielen, im innerstädtischen Bereich wird es aber immer wieder zu Konflikten kommen.“