Erstellt am 19. Oktober 2016, 05:00

von Thomas Schindler

S8: Grüne und VP im Clinch. Weil in Unterlagen für Schnellstraße Lärmschutzmaßnahmen für nicht direkt betroffene Gemeinden empfohlen werden, schlägt Ökopartei Alarm – sehr zum Ärger der ÖVP.

Grünen-Gemeinderätin Beate Kainz: „Zynisch, wenn man mehr Lebensqualität verspricht.“  VP-Bürgermeister René Lobner: „Ich warte einmal die UVP-Verhandlung ab.“  |  Schindler

Seit Kurzem liegen wieder die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8 in den Gemeindeämtern der direkt betroffenen Kommunen auf. „Leider nur dort“, ärgert sich Grünen-Bezirkssprecherin Gemeinderätin Beate Kainz. Grund: „Nachdem die Fahrzeuge die S8 ja irgendwie erreichen müssen, finden sich in den Unterlagen auch Lärmschutzmaßnahmen für Straßen, die dann als Zubringer genutzt werden.“

Die Schulen Dürnkrut (Hauptstraße 8) und Untersiebenbrunn (Hauptstraße 12) sowie die Kirchen in Süßenbrunn, Rutzendorf, Oberweiden und Schönfeld zum Beispiel sollen vor Lärm geschützt werden. Kainz: „Es kommt uns daher fast zynisch vor, wenn die Bürgermeister die S8 mit der Forderung nach mehr Lebensqualität bewerben.“

Was sagt VP-Bürgermeister und Landtagsabgeordneter René Lobner, ein vehementer Befürworter der Marchfeld-Schnellstraße, zur Kritik? „Dass die Grünen immer gegen die S8 waren, ist nichts Neues. Ich lasse die Vorwürfe einmal im Raum stehen und warte die UVP-Verhandlung ab. Wichtig ist, dass so schnell wie möglich mit dem Bau der S8 begonnen wird.“