Erstellt am 08. April 2016, 05:04

von Manuel Mattes

Gegen „Torso“ & Hammer. Streit zwischen VP und Bürgerliste geht in die nächste Runde. Nach verkehrsrechtlicher Verhandlung fürchtet "Pro Prottes" Lindensterben und "Wendehammer".

VP-Ortschefin Christa Eichinger (li): »Eine der Linden wird an einer Seite zurückgeschnitten.« Bürgerlisten-Mandatarin Hermine Wawra (re): »Was bleibt, ist ein Baumtorso«.  |  NOEN

Einige Monate war es ruhig um den Hauptplatz, nun ist die schier „unendliche Geschichte“ wieder um ein Kapitel reicher: Nachdem das Landesverwaltungsgericht im Oktober des Vorjahres festgestellt hatte, dass vor Baubeginn ein Bewilligungsverfahren notwendig ist (die NÖN berichtete), fand nun kürzlich eine erste verkehrsrechtliche Verhandlung statt – diese wurde allerdings abgebrochen.

Neue Verkehrszählung in den kommenden Wochen

Anrainer des Hauptplatzes – so die Bürgerliste „Pro Prottes“ – hätten nämlich nachgewiesen, dass die vorliegenden Daten zum Verkehrsaufkommen auf nicht-repräsentativen Zählungen beruhen. Fazit: Eine neue Verkehrszählung muss nachgereicht werden. Diese wird in den nächsten Wochen erstellt.

Die Umweltanwaltschaft des Landes NÖ soll zudem zu der Einschätzung gekommen sein, dass eine der am Hauptplatz stehenden Linden im Zuge des Umbaus so beschnitten werden muss, dass nur ein einziger Ast übrig bleibt.

Die Bürgerliste sieht sich damit in ihrer Befürchtung bestätigt: „Wir bekommen nun einen Jungwald, von einer 100-jährigen ortsbildprägenden Linde wird hingegen nur ein Torso bleiben. Ein weiteres leeres Versprechen der Ortschefin, die ja zugesichert hat, dass kein einziger Baum zu Schaden kommt“, so Bürgerlisten-Mandatarin Hermine Wawra, die der Verhandlung beiwohnte.

Zudem sei im Rahmen der Verhandlung festgelegt worden, dass die neue Sackgasse am Hauptplatz mit einem „Wendehammer“ (Ausbuchtung am Ende einer Sackgasse, die Fahrzeugen das Umkehren ermöglichen soll, Anm.) ausgestattet werden soll. Der neue Hauptplatz würde dadurch zum Umkehrplatz.

„Sinnloses und absolut entbehrliches Projekt“

Auch auf den finanziellen Aspekt kommt Wawra erneut zu sprechen: „Der Umbau wird die Gemeinde mit weit mehr als einer Million Euro belasten – ein sinnloses und entbehrliches Projekt, das Entwicklungsmöglichkeiten im Ortszentrum zubetoniert“, so die Mandatarin weiter. Sie fordert stattdessen eine Sanierung des Ortskanals – eine Studie belege einen dringenden Sanierungsbedarf im Umfang von 1,5 Mio Euro.

VP-Bürgermeisterin Christa Eichinger kontert im NÖN-Gespräch: „Eine der beiden Linden bleibt vollkommen unberührt. Die zweite Linde muss an einer Seite zurückgeschnitten werden – dies ist allerdings schon seit langer Zeit bekannt.“ Und weiter: „Im zuständigen Ausschuss wurde bereits vor zwei Wochen ein Kanalsanierungskonzept besprochen. Dies wird in den Jahren 2017-2018 umgesetzt.“

Wird der Hauptplatz durch den „Wendehammer“ tatsächlich zum Umkehrplatz? „Es handelt sich dabei um Zu- und Abfahrten sowie Parkflächen für Fahrzeuge“, so die Ortschefin.