Erstellt am 22. Oktober 2015, 05:02

von Jutta Hahslinger

Im Wahn: Nachbarn mit Axt attackiert. „Deine Familie ist in Gefahr“, flüsterten Stimmen 38-Jährigem zu. Der Geisteskranke bewaffnete sich und zog gegen „Feinde“ los.

Richter Helmut Neumar ordnete die Einweisung des 38-Jährigen in eine Anstalt an.  |  NOEN, NÖN

Dramatische Szenen spielten sich im Sommer in einem Mietshaus im Bezirk ab: Mit einem Messer und einer Axt hatte sich ein 38-Jähriger zum Schutze seiner Familie bewaffnet. Stimmen hätten ihm zugeflüstert, seine geliebte Mutter wäre durch zwei Nachbarn in Gefahr. Der sichtlich Verwirrte suchte die Nachbarn auf, wurde aggressiv und ließ sich nicht beruhigen. 

Die Weinviertler (53- und 74-jährig) mussten sich schlussendlich vor dem Tobenden hinter einer Tür in Sicherheit bringen. Der 38-Jährige spreizte diese aber mit der Axt auf und stocherte mit dem Messer in den Türspalt hinein. Schlussendlich konnte er aber überwältigt und in Gewahrsam gebracht werden.

Zum Tatzeitpunkt unzurechnungsfähig

Ein psychiatrischer Gutachter befand den 38-Jährigen aufgrund einer hochgradigen Geisteskrankheit (paranoide Schizophrenie) und der Einnahme von Chrytal Meth zum Tatzeitpunkt für unzurechnungsfähig. Der Sachverständige empfahl einen Maßnahmenvollzug mit Therapie unter ärztlicher Aufsicht.

Der Schöffensenat (vorsitzender Richter Helmut Neumar) schloss sich der Expertenmeinung an und ordnete die Unterbringung des 38-Jährigen in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher an.