Erstellt am 16. Dezember 2015, 04:43

von Robert Knotz und Nina Wieneritsch

Gerüchteküche: Alk-Exzess bei Asylanten?. FPÖ meint, einen Skandal aufgedeckt zu haben, und trat eine hitzige Debatte los. Polizei und Stadtchef beruhigen.

Derzeit sind im Asylheim in der Fabrikstraße 22 Jugendliche, 19 davon im schulpflichtigen Alter, untergebracht.  |  NOEN, Knotz

Vergangenen Donnerstag soll es gegen 20 Uhr zu einem Alkoholexzess im Flüchtlingsheim in der Fabrikstraße gekommen sein. Zwei jugendliche Asylwerber waren Gerüchten zufolge derart alkoholisiert, dass die Rettung und sogar die Polizei ausrückten. Einer der beiden soll laut FP-Gemeinderat Werner Cermak sogar bewusstlos auf der Straße gelegen sein.

Die insgesamt 22 unbegleiteten Flüchtlinge, die derzeit in dem ehemaligen Kindergarten untergebracht sind, werden von „menschen.leben“ betreut. Der Verein „Wagram hilft“ bietet Deutschkurse an und versorgt die Asylwerber mit dem Notwendigsten. Obmann Reinhard Pacejka: „Es gab eine Facebook-Aktion eines ,besorgten Bürgers‘, der von Alkoholexzessen berichtete. Wir treten entschieden gegen diese Hetze auf.“

„Kein Platz, vor dem man Angst haben muss“

Das Asylheim sei kein Platz, vor dem man Angst haben muss. „Ich fahre oft daran vorbei – es ist immer ruhig“, so Pacejka. Auch Alkoholexzesse habe es keine gegeben. Dies bestätigt auch Chefinspektor Gerald Reichl vom Bezirkspolizei-Kommando: „Ein Mann hatte zu viel Alkohol getrunken und dies nicht vertragen. Es gab aber weder Raufereien, noch sonst etwas von Belang und schon gar keinen strafbaren Tatbestand. Die Beamten rückten nach ihren Erhebungen wieder ab.“

VP-Stadtchef Fritz Quirgst ergänzt: „Meines Wissens nach hatte die Rettung, die vor Ort war, die Polizei angefordert.“ Die FPÖ habe ihn bereits zweimal angerufen und versuche, die Geschichte aufzubauschen. Von einem Alkoholexzess wisse er nichts.

Der Verein „menschen.leben“ war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.