Erstellt am 04. Februar 2016, 05:03

von NÖN Redaktion

Glastür-Unfall: Freispruch. Im Vorjahr wurde ein Mädchen durch eine umstürzende Glastüre schwer verletzt. Vor Gericht stand der Geschäftsführer der Firma, die für den Einbau verantwortlich war.

Die Scharniere der Glastüre, die aus den Angeln brach.  |  NOEN, Christelli

Vergangenen Mittwoch fand im Bezirksgericht Gänserndorf der Prozess gegen den angeklagten Geschäftsführer der Stahlbaufirma, die im Auftrag der ÖBB eine Glastüre im Warteraum des neuen Bahnhofes eingebaut hatte, statt.

Die Türe war einem Mädchen fast zum Verhängnis geworden: Als sie diese im April des Vorjahres schließen wollte, brach die Tür aus den Angeln und fiel auf das Kind. Es erlitt schwere Kopfverletzungen. Der 48-jährige Geschäftsführer hatte sich in dem Verfahren eingangs der fahrlässigen Körperverletzung nicht schuldig bekannt. Dem Angeklagten sei keine Fahrlässigkeit anzulasten, begründete Richterin Edith Winterleitner den erfolgten Freispruch.

Vor dem Unfall erfolgte eine Sachbeschädigung

Dem Vorwurf, dass die verwendeten Türbänder nicht geeignet gewesen seien, hielt der Verteidiger entgegen, dass diese sehr wohl dem Leistungsverzeichnis entsprochen und von den ÖBB abgenommen worden seien. Am Tag vor dem Unfall hätten Jugendliche die Tür beschädigt, sie sei daraufhin nur noch am Poller angelehnt gewesen. Dem Rechtsanwalt zufolge sei das gesamte System beeinträchtigt gewesen. Er ortete Fahrlässigkeit bei den Erhaltern der Anlage. Gutachter Richard Woschitz hielt fest, dass die Ausschreibungskriterien eingehalten worden seien.

Wie die Richterin ausführte, sei das Unglück der Montagefirma nicht anzulasten. Die Mutter des Mädchens (im Verfahren Privatbeteiligte) wurde auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Die ÖBB haben an sie bereits eine Zahlung geleistet und zeigen sich für weitere Forderungen gesprächsbereit.