Erstellt am 05. Juni 2016, 06:15

von Ulla Kremsmayer

Rotes Kreuz wählt neu. Johann Wimmer und René Hefler bewerben sich um den Posten des Bezirksstellenleiters in Groß-Enzersdorf.

Johann Wimmer ist Sprecher der Belegschaft und seit 20 Jahren beim Roten Kreuz.  |  NOEN, Ulla Kremsmayer

Am 16. Juni wird der Bezirksausschuss tagen und die Wahl des neuen Bezirksstellenleiters vorbereiten. Am 22. Juli wird der Nachfolger vom bisherigen Rotkreuz-Chef Walter Mayr gewählt. Und zum ersten Mal gibt es zwei Kandidaten und ebenso erstmals kommen sie aus den Reihen der Freiwilligen.

Der eine, Johann Wimmer, Baumeister, Jahrgang 1967, ist Sanitätsmeister, seit 20 Jahren beim Roten Kreuz und seit zehn Jahren Sprecher der Belegschaft. „Ich habe bisher die Belegschaft gegenüber der Dienststellenleitung vertreten und würde in Zukunft gerne die Dienststelle nach außen vertreten“, sagt er. Denn sie alle stünden vor großen Herausforderungen, nicht zuletzt drohe das Aus für den Groß-Enzersdorfer Notarztstandort: „Darum und für noch viel mehr müssen wir kämpfen.“

René Hefler, selbstständiger Computerfachmann und ÖVP-Stadtparteiobmann – „Ich möchte mich unparteilich einbringen“ – ist der zweite Kandidat. Auch er ist seit einigen Jahren als Notarztsanitäter ehrenamtlich im Einsatz und kennt die internen Abläufe und Probleme.

Viel Zeitaufwand und Verantwortung

„Es wäre eine spannende Aufgabe. Den Zeitaufwand und die Verantwortung für die Bezirksstelle habe ich reiflich überlegen müssen. Das Rote Kreuz ist ein Unternehmen mit weit mehr als 100 Mitarbeitern. Das Team besteht aus Zivildienern, Notärzten, hauptamtlichen und ehrenamtliche Kollegen. Es gibt nicht nur den Rettungsdienst, sondern auch das Team des GSD (Gesundheit- und Soziale Dienste) sowie die Team-Österreich-Tafel oder das betreute Reisen.“

Der Betrieb einer Rotkreuz Dienststelle koste Geld. Durch Krankenkassen alleine sei dieser nicht aufrecht zu erhalten. „Daher ist es wichtig, gute Beziehungen zu Gemeindevertretern, Sponsoren und in die Landesregierung zu haben. „Natürlich wird es auch Entscheidungen geben müssen, die nicht allen recht sind. Ein Sparprogramm in einigen Bereichen wird sich nicht vermeiden lassen“, gibt er zu bedenken. Ebenso klar ist ihm, dass der Notarztstandort in Gefahr ist. „Ich werde mit dem Gänserndorfer Bezirksstellenleiter Gespräche führen, vielleicht können wir Synergien finden.“

Die Position des Bezirksstellenleiters sei keine Aufgabe, die man unterschätzen darf, das wissen beide Kandidaten. „Die Leistungen von Walter Mayr haben mich sehr beeindruckt“, so Hefler. Der scheidende Bezirksstellenleiter aber will sich heraushalten: „Ich gebe keine Empfehlung ab“, gibt der sich verschlossen: „Ich will keine parteipolitische Lagerbildung, es geht schließlich um die Liebe zum Menschen.“