Groß-Enzersdorf

Erstellt am 23. September 2016, 04:00

von Ulla Kremsmayer

Standing Ovations: Abschied des Urgesteins. Walter Mayr trat nach fast einem Jahrzehnt als Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes nicht mehr zur Wahl an. Seine Verdienste für die Lebensretter sind beispiellos.

Abschied der Bürgermeister: Die Gemeindeoberhäupter des Rotkreuz-Bezirkes stellten sich mit einem riesigen Geschenkskorb ein, davor hatten die Mitarbeiter der Bezirksstelle dem scheidenden Walter Mayr ein Bild von Gottfried „Laf“ Wurm übergeben.  |  NOEN, Kremsmayer

Auch seinen Abgang hat er wohl inszeniert: Wie in seiner aktiven Zeit hatte Walter Mayr die Prominenz aus Politik und Gesellschaftsleben zusammengetrommelt und zu Feldmesse und Frühschoppen im Blaulichtzentrum gebeten.

Nach fast zehn Jahren als Rotkreuz-Bezirksstellenleiter war er im Frühjahr nicht mehr zur Wahl angetreten. Als 70-Jähriger wollte er ohne „Wahlkrampf“ in guter Erinnerung bleiben. Die Festredner lobten sein unermüdliches Wirken, um Spenden aufzutreiben und die „Leut“ zusammenzubringen.

Auch von VP-Innenminister Wolfgang Sobotka (links) und SP-Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner (rechts) gab es „Standing Ovations“ für die Rotkreuz-Legende Walter Mayr.  |  NOEN

VP-Innenminister Wolfgang Sobotka bemühte das botanische Bild der Klette: „Wenn Walter etwas wollte, war er nicht davon abzuhalten. Denn wenn es endlich einmal gelang, ihm klarzumachen, dass es für eine bestimmte Sache kein Geld geben würde, ist er bei einer Tür hinaus und bei der nächsten wieder hereingekommen.“

SP-Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner rühmte: „Ich kenne niemanden, der so viel Geld für das Rote Kreuz aufgestellt hat.“ VP-Bürgermeister Walter Krutis, Mayrs langjähriger Stellvertreter, zählte aus der „Mayr’schen Bilanz“ auf: Vom Nachtnotarzt zum Notarztsystem, von der beachtlichen Aufstockung der Rettungswagenflotte und nicht zuletzt von der Initiative und der Mittelaufbringung für die Errichtung des Blaulichtzentrums auf dem Gelände der ehemaligen Smola-Kaserne.

Ja, und zum krönenden Abschluss spendete Mayr auch noch selbst ein Rettungsauto, das zu seinem Abschied feierlich gesegnet wurde. Kein Wunder, dass Mayr zuletzt mit „Standing Ovations“ bedacht wurde.