Erstellt am 07. Juli 2016, 06:00

von NÖN Redaktion

Tierrettung: Schlange im Kastl. In einer Wohnung „züngelte“ eine Natter aus einem Küchenschrank. Die Feuerwehr rückte an, um den unerwarteten Gast aus seiner misslichen Lage zu befreien.

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Am Dienstag der Vorwoche mussten die Florianis kurz nach 17 Uhr im Nahbereich der Lobau zu einem sehr ungewöhnlichen Einsatz ausrücken: Als die Besitzer einer Wohnung im vierten (!) Stock das Küchenkästchen unter dem Spülbecken öffneten, züngelte ihnen plötzlich eine schwarze Schlange entgegen. Geistesgegenwärtig warfen sie die Türe wieder zu, verließen den Raum und verschlossen die Küchentüre.

Anschließend alarmierten sie die Feuerwehr. Die Florianis machten sich – ausgerüstet mit dem entsprechenden Greifwerkzeug – auf den Weg zum Einsatzort. Zur Tierrettung mussten die Küchenmöbel teilweise demontiert werden.

Nachdem einige Laden und Fächer entfernt worden waren, konnten die Silberhelme das Reptil ausfindig machen. Es wurde in einem fest schließendem Behälter gesichert abtransportiert.

Weitaus schwieriger als die Rettung des Tieres war die weitere Unterbringung. Nach einigen erfolglosen Telefonaten mit dem Tierheim Dechanthof und dem Tiergarten Schönbrunn konnte die Polizei eine Mitarbeiterin des „Haus des Meeres“ im 22. Wiener Gemeindebezirk ausfindig machen.

Diese Dame erklärte sich bereit, die Schlange über Nacht bei sich aufzunehmen und am nächsten Morgen im „Haus des Meeres“ abzuliefern. Bei dem geretteten Tier handelt es sich um eine Ketten-Königsnatter (Lampropeltis getulus), die in den USA und Mexiko beheimatet ist. Wenn die ungiftigen Tiere bei einem Angriff nicht fliehen können, verspritzen sie zu Verteidigung eine übel riechende Flüssigkeit.