Groß-Schweinbarth

Erstellt am 01. Juli 2016, 07:00

von Edith Mauritsch

Natur-Projekt: Garten Eden für Vögel. Gefährdeter Bienenfresser findet im revitalisierten und neu eröffneten Königsberghohlweg optimale Brutmöglichkeiten vor.

 |  Mauritsch

Er steht in Niederösterreich auf der „Roten Liste der gefährdeten Arten“, im Königsberghohlweg hat der Bienenfresser nun einen kleinen, aber bestens geeigneten Brutplatz gefunden. In einem zweijährigen Projekt, das die Gemeinde gemeinsam mit der Förderstelle des NÖ Landschaftsfonds, der Kleinregion Südliches Weinviertel sowie der AVL (Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung) umsetzte, ist es gelungen, den Makrokosmos Hohlweg zu revitalisieren. Eine Streuobstwiese ist Heimat für eine Unzahl von Insekten und ist zugleich Nahrungsquelle für den zur Gattung der Rackenvogel zählenden „fliegenden Edelstein“.

Im Mai kommt der Bienenfresser aus seinem Winterquartier zu uns, gräbt rund zwei Meter lange Brutröhren in den weichen Löß, um dort seine Jungen aufzuziehen. Die farbenfroh gefiederten Vögel wiegen nur an die 70 Gramm – und das bei einer Flügelspannweite von fast 40 cm. Zu seinen Feinden zählen Falken, Wildschweine und nicht zuletzt der Mensch, der durch Wegebau und Einsatz von Pestiziden seinen Lebensraum zerstört.

Das Projekt, initiiert von AltBürgermeister Helmut Brandtner und weitergeführt von der nunmehrigen VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl, fand nun in einem Erlebnistag seinen Abschluss. Schon am Vormittag hatten die Volksschulklassen praxisnahen Anschauungsunterricht im Hohlweg. Heinz Peikert wies Interessierte in die Kunst des Sensenmähens ein. Die zwei „Kräuterweiber“ Roswitha Strobl-Idinger und Viktoria Pichler präsentierten eine Auswahl von Wildkräutern, die in einer naturbelassenen Wiese wachsen. Wer es ganz genau wissen wollte, hatte die Möglichkeit einer Führung durch den Hohlweg mit Landschaftsplanerin Elisabeth Wrbka.

Rickl in ihrer Eröffnungsrede: „Ich bedanke mich bei allen Mitwirkenden für ihren Einsatz und speziell bei den Gemeindearbeitern, die mit diesem Projekt viel Arbeit hatten“ – und wahrscheinlich noch weiter haben werden, ist dieses Kleinod der Kulturlandschaft doch nur durch viel Pflege zu erhalten.