Erstellt am 13. Oktober 2015, 08:28

von Jürgen Nemec

Großmeister orgelt Stadt. Peter Planyavsky, bedeutendster Organist des Landes, konzertierte kürzlich in der Stadtpfarrkirche. Zahlreiche Zuhörer ließen sich den musikalischen Genuss nicht entgehen.

Stadtrat Manfred Trost, Bürgermeister René Lobner, Mathias Bratengeyer, Peter Planyavsky, Stadtpfarrer Eduard Schipfer und Kulturstadträtin Christine Beck, die sich als langjähriger Fan des Meisters an der Orgel outete - begeistert vom Konzert waren sie alle.  |  NOEN, Foto: Nemec

Der Großmeister orgelt die Bezirkshauptstadt: Peter Planyavsky ist seit Jahrzehnten der Doyen unter Österreichs Organisten und einer der bedeutendsten Musikbotschafter dieses Landes. Er gastierte im Rahmen des Gänserndorfer Kulturherbstes in der Bezirkshauptstadt und gab ein eindrucksvolles Konzert in der Stadtpfarrkirche.

Über 40 Jahre ist es her, dass Planyavsky, damals in seinen studentischen Jugendtagen der 60er-Jahre, die Orgel dieser Kirche spielte, doch eine „alte Liebe“ rostet nicht. Wie wohl kaum ein anderer versteht er es, die Besonderheiten und Unvergleichlichkeiten eines jeden Instruments zum Klingen zu bringen. So auch die von Gregor Hradetzky stammende Orgel in Gänserndorf, die zwar nicht zu den größten, aber zu einer besonders schön klingenden Vertreterin der Königin der Instrumente gehört.

Und genau darauf stimmte der Meister sein Programm ab: Mit einer Programmauswahl, die etwa Stücke der Barockkomponisten und Bach-Vorläufer Georg Böhm, Georg Muffat und Anton Heiller sowie obligatorisch Johann Sebastian Bach selbst umfasste, brachte Planyavsky das ganze Klangspektrum des Instruments zutage.

Hinzu kamen Werke des 1979 verstorbenen österreichischen Organisten und Komponisten Anton Heiller sowie des 1939 verstorbenen Komponisten Franz Schmidt. Sein Präludium und Fuge in D-Dur „Hallelujah“ bildete zugleich das Finale Furioso, mit dem die Majestät des Instruments dank des Meisters Spiel offenbar wurde.

Planyavsky, jahrzehntelang als Dommusikdirektor und Domorganist im Wiener Stephansdom prägend, konzertierte auf allen Kontinenten dieser Erde und ist auch als Dirigent und Komponist höchst aktiv. Auch der Humor kommt in seinem kreativen Schaffen nie zu kurz: Er liebt die Parodie und seine Fans lieben seine Parodien. „Der zufriedenstellende Autobus“, eine Parodie auf eine Bachkantate, zählt zu seinen am häufigsten aufgeführten Werken.

Das Konzert in Gänserndorf kam zudem einem guten Zweck zugute: Der Eintritt war frei, die freien Spenden gingen je zur Hälfte an die Inlandshilfe und an die Flüchtlingshilfe der Caritas.