Erstellt am 06. Mai 2016, 05:04

von Edith Mauritsch und Michaela Fiala

Heim: Frau klagt an. Mutter beschwert sich über „unhaltbare Zustände“, unter denen ihr Sohn leben müsse. Direktorin Susanne Sellnar kontert die Vorwürfe.

Eine Schließung oder Nachnutzung des Heimes werden Anfang Mai diskutiert.  |  NOEN, privat

Das Landeskinder- und Jugendheim kommt derzeit nicht aus den Schlagzeilen. Gibt es in der Gemeinde Informationswirrwarr über die Zukunft des Hauses, erreichte die NÖN die Beschwerde einer Mutter über angeblich unhaltbare Zustände.

Seit zwei Jahren lebt ihr Sohn in der Betreuung des Landeskinderheimes und es gehe ihm jetzt viel besser. Allerdings hat F. ihre Schwierigkeiten mit der Besuchsregelung. „Ich hatte in den letzten Jahren selbst schwere psychische Probleme und versuche jetzt wieder, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“

Die im Zweiwochenrhythmus vorgesehenen Wochenenden mit der Mutter sollen streng eingehalten werden, ein Verschieben wegen beispielsweise schon gebuchter Veranstaltungen akzeptiere das Kinderheim nicht, so die überlastete Mutter, die derzeit von AMS-Unterstützung lebt.

„Kontakt mit Eltern ist ein wichtiger Faktor“

Direktorin Susanne Sellnar verweist grundsätzlich auf den Datenschutz, kann aber insoweit Auskunft geben: „Der Kontakt der Kinder mit ihren Eltern ist für die Kinder ein wichtiger Faktor in ihrer Entwicklung. Wenn Vereinbarungen getroffen werden, müssen diese auch gehalten werden. Hier geht das Wohl des Kindes vor.“ Die Kinder hätten ja ihre Zukunft noch vor sich, es solle alles getan werden, um die jungen Menschen zu unterstützen, vor allem von den leiblichen Eltern könne man das verlangen.

Doch F. hat noch eine Beschwerde auf Lager: „In seinen schlechten Phasen vor einem Jahr hat mein Sohn zahlreiche Löcher in die Wände und Möbel geschlagen, es gibt auch Kritzeleien. Es kann doch für seine Gesundheit nicht gut sein, in diesem verwüsteten Zimmer zu wohnen.“ Die Antwort der Direktorin fällt sehr deutlich aus: „Wir lassen die Kinder bestimmt nicht irgendwie hausen!“